Kommentar

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Deutsches Impf-Debakel

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Bergstraße.Was um Himmels Willen hat die Bundesregierung geritten, der EU das Mandat über die Lieferung von Corona-Impfstoff zu geben? Das Debakel war eines mit Ansage. Zu viele Beteiligte in Brüssel und anderswo wollten fortan mitreden und entscheiden. Was in anderen Fällen nach zähem Ringen zu einem Konsens führt, ging in Sachen Corona nach hinten los, gleich mehrfach.

Auf französischen Druck hin soll beim deutschen Pionier Biontech nicht mehr Impfstoff gekauft werden als beim französischen Hersteller Sanofi. Dann soll in EU-Kassen für den ebenso vielversprechenden wie vergleichsweise teueren Biontech-Impfstoff plötzlich kein Geld mehr dagewesen sein. Die osteuropäischen Staaten sollen in Brüssel auf Sparsamkeit gedrängt haben. Bei der Genehmigung des Biontech-Impfstoffs schließlich ließ sich die zuständige EU-Behörde Zeit. Erst hieß es, man prüfe gründlicher als anderswo. Dann ging es nach politischem Druck plötzlich doch zügiger.

Und nun? Es werden mehr Menschen an Corona erkranken (und sterben) als nötig, weil es hierzulande zu wenig Impfstoff gibt. Und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise werden heftiger als es hätte sein müssen. Die Lehre aus dem Impf-Debakel: Keine Kompetenzen nach Brüssel verlagern, wenn es schnell gehen soll. Und das ist beim Impfen wichtiger denn je.   

 
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