Kommentar

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Gefährliche Einstiege

Archivartikel

Bergstraße.Commerzbank, Lufthansa, Curevac und gestern Tui – die Liste von Firmen mit Beteiligung des deutschen Staats wird immer länger. Doch man kann nicht alle Beteiligungen über einen Kamm scheren. Das Geschäftsmodell von Tui etwa gilt als zukunftsfähig. Der Tourismus dürfte sich nach der Corona-Pandemie rasch wieder erholen. Somit macht der Staatseinstieg Sinn. Auch die Lufthansa dürfte mit einer guten Perspektive dank Staatseinstieg vor dem Untergang gerettet werden. Fader Beigeschmack: Die Lufthansa hat das Kurzarbeitergeld für ihre sowieso gut verdienenden Piloten, direkt oder indirekt, mit dem Steuergeld aufgestockt.

Bei Curevac, das Unternehmen arbeitet an einem Corona-Impfstoff, hat sich der deutsche Staat ebenfalls beteiligt. Hier zeigt sich schon das Dilemma solcher Engagements. Hätte man Biontech genommen, wäre vermutlich jetzt der Impfstoff nicht knapp. Es gab und gibt keinen vernünftigen Grund für den Einstieg ausgerechnet bei Curevac.

Dem schnellen Einstieg folgt nicht unbedingt ein zügiger Ausstieg. Siehe Commerzbank. Die kommt nach unzähligen Umbauten und Sparrunden, die jüngste wurde gerade verkündet, nicht auf einen grünen Zweig. Und der Steuerzahler finanziert das alles mit. Hilfreich wären feste Regeln für einen Ausstieg: Es könnte beispielsweise festgelegt werden, dass sich der Staat von den Anteilen trennt, wenn es zwei Jahre wieder Wachstum hierzulande gegeben hat. Und nicht am Sankt Nimmerleinstag.

 
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