Kommentar

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Herdenimmunität erst im Herbst

Archivartikel

Bergstraße.Ein Blick ins Archiv reicht aus, um die Rechtfertigungen der Politik über fehlende Impfstoffe dieser Tage als Schönrednerei zu entlarven. Denn das Problem sind und waren nicht zu geringe Bestell- oder Produktionsmengen, sondern die späte Bestellung. Obwohl schon im Sommer klar war, dass die Impfstoffe von Biontech und Moderna weit vorne liegen, wurden von der EU-Kommission erst im November Bestellaufträge erteilt. Und erst im Dezember die Option auf weitere Mengen ausgeübt. Zu der Zeit hatten sich etwa die USA schon große Mengen gesichert. Und wer zuerst bestellt hat, bekommt auch zuerst die Impfstoffe. Die EU muss sich nun hinten anstellen.

Und das hat zur Folge, dass es noch dauert, bis die sogenannte Herdenimmunität hierzulande erreicht ist, das heißt, so viele Menschen geimpft sind, dass sich das Virus nicht mehr ausbreiten kann. Vermutlich wird es Herbst werden. Aber auch nur dann, wenn sich weitere Impfstoffe als wirksam erweisen. Größte Hoffnungen machen hier die Präparate von Johnson & Johnson und AstraZeneca.

Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Verzögerung dürften allerdings nicht mehr so dramatisch ausfallen wie derzeit. Wie im vergangenen Jahr wird sich das Virus mit steigenden Temperaturen nicht mehr so stark ausbreiten. Und im Sommer ist die Immunabwehr des Menschen stärker als im Winter. Dass sich das Virus im vergangenen Jahr im Süden der USA im Sommer bei hohen Temperaturen ausgebreitet hat, hängt damit zusammen, dass sich die Menschen vermehrt in klimatisierten Räumen aufgehalten haben.

 
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