Kommentar

Normal ist das nicht

Archivartikel

Konrad Bülow über den Umgang der AfD mit der Presse

Der bisherige Kreisvorsitzende Rolf Kahnt bezeichnet seine AfD gerne als eine „normale Partei“. Ob sie eine ist, muss jeder für sich entscheiden. Offenbar hat sie aber ein Problem mit Öffentlichkeit. Denn sie hindert Journalisten daran, über ihre Versammlungen mit Neuwahlen zu berichten. Bei anderen Parteien ist eine Zulassung der Presse gang und gäbe.

Zur politischen Berichterstattung gehört es auch, über das Innenleben von Parteien zu informieren. Die Leser sollten wissen, wie es in ihnen aussieht, wenn sie sich eine Meinung bilden wollen. Zugegeben: Gibt es in einer Partei Konflikte, spricht nicht jeder gern darüber. Die Presse von einer Mitgliederversammlung mit Neuwahlen auszuschließen, hat aber eine andere Qualität.

Wenn es aus dem Vorstand der Bergsträßer AfD heißt, die Presse berichte einseitig über die parteiinternen Konflikte, wird unterschlagen, dass sich Kahnt bei Presseanfragen dazu wiederholt in Schweigen gehüllt hat. Also berichtete diese Zeitung über dieses Schweigen. Und darüber, was diejenigen zu sagen hatten, die Kahnt als „Querulanten“ beschimpft. Genauso, wie sie es bei jeder anderen Partei tun würde. Die Nachricht lautet dieses Mal: Den meisten Mitgliedern der Bergsträßer AfD, inklusive Vorstand, sind die Zustände im eigenen Kreisverband offensichtlich so peinlich, dass sie eine öffentliche Berichterstattung verhindern. Das ist vieles. Normal ist es nicht.

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