Lautertal

Odenwaldklub Die Ortsgruppe aus Gadernheim hat eine Vogelstimmen-Frühwanderung veranstaltet

24 Wanderer lauschten der Singdrossel

Gadernheim.Trotz der frühen Stunde – um 7 Uhr traf man sich zum Abmarsch am Jarnacplatz in Gadernheim – waren einige Mitglieder und interessierte Naturfreunde der Einladung zur Vogelstimmenwanderung rund um den Ortsteil gefolgt. Wie bereits in den vergangenen Jahren hatte der Odenwaldklub (OWK) eine Vogelstimmen-Frühwanderung angeboten.

Als Kenner der heimischen Vogelwelt bot Werner Schmidt, Vogelschutzbeauftragter der Gemeinde Lautertal und Vorsitzender des OWK Gadernheim, den insgesamt 24 Teilnehmern eine interessante Führung bieten. Die Gruppe freute sich, auch Mitglieder des neuen Vorstandes der Vogelschutzgruppe Höhengemeinden begrüßen zu können.

Bei traumhaftem Wanderwetter ging es in Richtung Neunkirchen bis zur Allmeihütte und über die Neunkircher Straße durch die Ortsmitte bis in den Heidenberg ins Vereinsheim der Vogelschützer. Bei der etwa zweistündigen Wanderung wurden viele Brutvogelarten am Gesang erkannt und einige von ihnen auch gesichtet. Das Vorkommen der Vogelarten ist abhängig vom Nahrungsangebot. Insgesamt wurden 33 Beobachtungen protokolliert. Der typische Gesang der Singdrossel, die die Strophen immer zwei bis dreimal wiederholt, wurde gut gehört.

Aggressive Gesellen

Der Trauerfliegenschnäpper ist ein aggressiver Geselle unter den Vögeln. Hat er sich nach seiner Überwinterung in Afrika eine Nisthilfe ausgesucht, ist es ihm egal, ob bereits Meisen oder ähnliche Vögel darin brüten. Er vertreibt sie, tötet auch schon geschlüpfte artfremde Jungtiere und baut sein Nest darüber.

Der Kleiber nimmt auch keine Rücksicht bei seinem Nestbau. Er mauert mit Lehm und Dreck größere Löcher so weit zu, dass nur noch er durch passt. Es wurde schon beobachtet, wie ein Kleiber ein bewohntes Eulenloch zugemauert hat, in dem noch ein Waldkauz saß.

Zu den Zugvögeln gehört der Neuntöter, der aber noch nicht wieder da ist. Leider sind auch viele Hecken nicht mehr da, die dem Tier Nistmöglichkeiten geboten haben. Fehlen Nistmöglichkeiten, gibt es keine Nahrung und ein Artenrückgang ist die Folge. In den letzten 30 Jahren wurde ein Rückgang der Vögel von etwa 60 Prozent beobachtet, und 70 bis 80 Prozent Rückgang der Insekten, die eine wichtige Nahrungsquelle der Vögel sind.

Besonders über die Anwesenheit zweier Waldlaubsänger freute sich Schmidt. Im vergangenen Jahr wurden nur drei Brutpaare rund um die Neunkircher Höhe bis nach Winterkasten ausgemacht.

Nach der Tour wurde die Gruppe schon im Vereinsheim der Vogelschützer erwartet. Ursula Schmidt und Monika Weihrauch hatten ein reichhaltiges Frühstück für die Teilnehmer vorbereitet. ak

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