Lautertal

Natur DNA-Analyse weist auf eine seltene Population hin

Auf der Spur des Lautertaler Wolfes

Lautertal.Der Wolf, der am 30. September bei Ober-Modau im Kreis Darmstadt-Dieburg ein Reh gerissen hat, stammt aus der sogenannten Alpenpopulation und wurde bisher noch nie in Deutschland nachgewiesen. Dies ergab die Analyse einer DNA-Probe durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mitteilt. Demzufolge gelang erstmals die Individualisierung dieses Tieres, es bekam die Labor-Kennung GW1835m zugewiesen. Ein Herkunftsrudel konnte nicht ermittelt werden.

Ob es sich um dasselbe Tier aus der Alpenpopulation handelt, das im Mai in Lautertal Schafe gerissen hatte, könne nicht mit Sicherheit geklärt werden: Die damals genommenen Proben konnten zwar ebenfalls der in Deutschland seltenen Alpenpopulation zugeordnet werden, individualisiert werden konnte das Tier im Frühjahr aber nicht.

Ungeklärt bleibe, ob GW1835m derselbe Wolf ist, der am 7. Oktober bei Fischbachtal mit einer Wildkamera aufgenommen wurde. Es handele sich um den dritten Nachweis eines Wolfs aus der Alpenpopulation in Hessen. Bis auf einen 2011 im Raum Gießen überfahrenen Rüden sowie das Tier, das im Mai Schafe in Lautertal gerissen hatte, kamen alle bisher in Hessen nachgewiesenen Wölfe aus den nördlichen und östlichen Bundesländern (Mitteleuropäische Flachlandpopulation).

Aktuell gebe es in Hessen zwei Wölfinnen, die seit dem Frühjahr als dauerhaft niedergelassen gelten: Die Ulrichsteiner Wölfin (GW1166f) hält sich in der Gegend um Ulrichstein im Vogelsberg auf. Die Stölzinger Wölfin (GW1409f) hat ihr Territorium im nordhessischen Bereich des „Stölzinger Gebirges“. Als sesshaft oder territorial gelte ein Wolf, wenn er über den Zeitraum von einem halben Jahr genetisch in diesem Gebiet nachgewiesen wurde.

Zuständig für die Erfassung der Wölfe in Hessen sei das Hessische Landesamt für Naturschutz. Bei Rissereignissen seien die ehrenamtlichen Helfer in den Kreisen, die sogenannten Rissbegutachter, ansprechbar. Wolfssichtungen oder Funde von Spuren seien dem HLNUG zu melden. red

Info: Weitere Informationen unter www.hlnug.de/wolf im Internet

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