Lautertal

Science-Fiction In der Lautertaler Gemeindebücherei las Julia Scales aus ihrem Erstlings-Roman vor

Aufbruch zum Planeten Gaya

Archivartikel

Reichenbach.Was wäre, wenn man mit dem Wissen von heute noch einmal ganz von vorne anfangen könnte? Diese Frage hat sich vermutlich jeder schon einmal gestellt. Die Reichenbacherin Julia Scales hat sich in ihrem Science-Fiction-Erstlingsroman „Gaya – Entdeckung einer neuen Welt“ in unterhaltsamer Weise mit dieser Frage beschäftigt. Eine Gruppe von 26 ausgewählten Menschen unternimmt eine über fünf Jahre dauernde Expedition zu einem erdähnlichen Planeten. Sie landen mit ihrem Raumschiff und mit jeder Menge guter Vorsätze, aber mit unterschiedlichen Vorstellungen, in scheinbar unberührter Natur.

Schon während der Schulzeit hat Julia Scales, die seit neun Jahren in Reichenbach lebt, gerne Aufsätze geschrieben. In frühester Kindheit war für sie Astrid Lindgren ein großes Vorbild. Heute schätzt sie einige Autoren, ohne jedoch konkret einen herausgreifen zu wollen.

Idee kam während des Studiums

Die Idee zu dem Roman entstand bei der 38-jährigen Autorin, die in Frankfurt am Main Kulturanthropologie, Geschichte und im Nebenstudium Soziologie studiert hat, bereits während ihres Studiums. Bis sie ihr Vorhaben aber in die Tat umsetzte, vergingen noch ganze 13 Jahre. Eineinhalb Jahre – mit einigen Unterbrechungen – hat es dann gebraucht, den Roman fertigzustellen. Behilflich waren ihr dabei anfangs Probeleser aus der Familie und dem Freundeskreis. Später – um ein unvoreingenommenes Urteil zu erhalten – durften auch mehrere fremde Testleser sich mit ihrem Roman befassen.

Der basiert auf der Vorstellung einer etwa 30-köpfigen Gruppe, wie sie in der Steinzeit zum Überleben nötig war. Die Personen haben unterschiedliche Fertigkeiten und einen unterschiedlichen ethnischen Hintergrund. Die genetisch einwandfreie Durchmischung, die eine weit höhere Anzahl von Menschen vorsehen würde, gleicht die Autorin dadurch aus, dass an Bord des Raumschiffs auch eine Samenbank mitgeführt wird.

Jüngst war Scales nun an ihrem Wohnort Reichenbach in der Gemeindebücherei im Rathaus zu Gast. Hier las die selbstständige Texterin und Übersetzerin für Englisch mehrere Kapitel aus ihrem vor einem Jahr erschienenen Roman vor. Zum besseren Verständnis hatte die Autorin auch ein Plakat mitgebracht, auf dem alle Gesichter ihrer Romanfiguren abgebildet sind. Das Plakat hat eine Freundin aus London nach ihren Vorstellungen gezeichnet.

Einige Anwesende hatten das Buch, das zum Bestand der Gemeindebücherei zählt, bereits vollständig gelesen. „Durch die präzise Sprache, die abwechslungsreiche Wortwahl und die sprachliche Langsamkeit“, wie es eine Leserin ausdrückte, konnten sich auch die „Neulinge“ schnell in die Handlung hineinversetzen und warteten gespannt auf den weiteren Fortgang der Geschichte.

Plastisch geschilderte Szenen

Besonders die plastisch geschilderte Szenerie, als die Menschen ihre neue und vollkommen fremde Umgebung am Landeplatz des Raumschiffs erkunden, hatte die Zuhörer in ihren Bann gezogen. „Am liebsten wäre man bei der Erforschung der Umgebung dabei gewesen“, brachte es eine Zuhörerin bei der Lesung auf den Punkt.

Nach einer Fragerunde konnten die rund 15 Zuhörer sich noch eine aus drei von Julia Scales vorgeschlagene Textstellen aussuchen, über die sie gerne mehr erfuhren.

Da bislang im Universum noch keine anderen Lebewesen entdeckt wurden und kaum eine Frage die Menschheit so sehr im Unklaren lässt, wie außerirdisches Leben wohl ausschauen würde, war es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Zuhörer für eine Textstelle entschieden, die sich mit der ersten Begegnung mit den anderen Lebewesen auf dem Planeten Gaya beschäftigt. Und hiervon gibt es reichlich zu entdecken.

Wer mehr erfahren will, muss jetzt auf das eine Exemplar hoffen, das in der Gemeindebücherei vorhanden ist oder sich das Buch kaufen. Ende November soll der Roman auch in englischer Sprache erscheinen. Ideen für einen zweiten Teil gibt es bereits. „Ich muss ihn nur noch schreiben“, so Scales abschließend.

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