Lautertal

Gemeindevertretung Kreis Bergstraße wird aufgefordert, sich als Modellregion für den Nahverkehr zu bewerben / Nahverkehrsplan soll Ende März vorliegen

Bus fahren für nur einen Euro am Tag

Lautertal.Der Kreis Bergstraße soll sich nach dem Willen der Lautertaler Gemeindevertretung darum bewerben, Modellregion für das 365-Euro-Jahresticket zu werden. In den Modellregionen finanziert der Bund ein solches Jahresticket, das für einen Euro am Tag die Nutzung des Nahverkehrs ermöglicht.

Tobias Pöselt (SPD) sagte, auch in Lautertal gebe es rund 3000 Pendler. Sie nutzten bei Weitem nicht alle Busse und Bahnen, was durch ein solches Angebot gefördert werden könnten. Als Modellregion dafür hätten sich schon einige Kommunen beworben. „Vom Kreis Bergstraße hat man dazu leider bisher nichts gehört“, so Pöselt. Dabei seien die Verkehrsprobleme auch hier groß, wie sich jeden Morgen alleine schon in Bensheim zeige.

Peter Rohlfs (LBL) sagte, der Antrag „geht in die richtige Richtung“. Das Ticket dürfe dann aber nicht nur für das VRN-Gebiet gelten, sondern müsse den RMV umfassen. Es sei ungünstig, „wenn die Leute für das Geld bis ins Elsass fahren können, aber nicht nach Darmstadt kommen“.

Markus Bormuth (LBL) übte dagegen scharfe Kritik an dem Antrag – nicht allerdings in der Sache. Das Thema gehöre nicht in die Gemeindevertretung. „Wir haben so viel Arbeit.“ Die SPD sei im Kreistag vertreten und stelle einen hauptamtlichen Kreisbeigeordneten. Da sei es nicht nötig, einen solchen Antrag in Lautertal zu verhandeln.

Das sei nicht das erste Mal, dass das passiere, wetterte Bormuth, der in dem Zusammenhang auch von „Blödsinn“ sprach. Die SPD stelle nur „Showanträge“ in eigener Sache. Bormuth war letztlich allerdings der einzige Gemeindevertreter, der gegen den Antrag stimmte.

Erinnerung an alte Ideen

Weniger kontrovers ging es bei einem Antrag der Bürgerliste zum Nahverkehr zu. Die LBL erinnerte damit an Forderungen zur Verbesserung der Busverbindungen in Lautertal. Unter anderem geht es um die Buslinie O im Kreis Darmstadt-Dieburg, die noch öfter in Beedenkirchen halten und nach Gadernheim verlängert werden soll.

Außerdem fordert die LBL die Verlängerung der Linie 664 über Staffel hinaus bis nach Seeheim-Jugenheim an die Haltestelle der Straßenbahn zwischen Alsbach und Darmstadt. Die Regionallinie MO2 zwischen Reinheim und Brandau soll künftig über Beedenkirchen und am Felsenmeer vorbei bis nach Elmshausen fahren.

Tobias Pöselt sagte, die Ideen seien alle begrüßenswert. Für einen Antrag an den Gemeindevorstand sah er jedoch nicht die richtige Zeit. Bis Ende März solle der neue Nahverkehrsplan des Kreises vorliegen. Dann habe die Gemeinde vier Wochen Zeit, dazu Stellung zu nehmen. Dann könne sie alle Ideen nochmals auf den Tisch bringen.

Die LBL war allerdings nicht damit einverstanden, den Antrag zu vertagen. So wurde er letztlich beschlossen und vereinbart, den Inhalt für die Stellungnahme der Gemeinde zu verwenden.

Die Bürgerliste forderte auch einen Ausbau der Ruftaxis und eine bessere Information über das Angebot. Wie nötig das ist, zeigte sich schon daran, dass nicht einmal die Gemeindevertreter selbst alle wussten, wo es Ruftaxis gibt: zwischen Gadernheim und Schannenbach sowie zwischen Reichenbach und Staffel.

Peter Rohlfs berichtete außerdem davon, dass in Beedenkirchen veraltete Fahrplanaushänge an den Haltestellen zu finden gewesen seien. Das habe die Verkehrsgesellschaft Gersprenztal (VGG) als Betreiber der Buslinie inzwischen aber geändert.

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