Lautertal

Freizeit Kritik am touristischen Angebot in Lautertal

DGB fordert Attraktionen für die Wintermonate

Lautertal.Mehr Initiativen fordert der DGB Lautertal/Lindenfels im örtlichen Tourismus. Während in Lindenfels besonders die Angebote für kulturelle Veranstaltungen auf der Burg beträchtlich zunähmen, hätten sich in Lautertal die Aktivitäten mit dem Betrieb des Felsenmeer-Informationszentrums (FIZ) und den Wanderungen auf dem Nibelungensteig weitgehend erschöpft, heißt es in einer Pressemitteilung.

Am Felsenmeer lenke die Gemeinde auf Anregung des Naturparks Bergstraße/Odenwald seit zehn Jahren erfolgreich die Besucherströme und habe ein umfangreiches Besucher- und Begleitprogramm entwickelt. Während jedoch von Frühling bis Herbst in diesem Jahr rund 160 000 Besucher gezählt wurden, liege von November bis März das Areal unterhalb des Ohlyturms im „Winterschlaf“.

Deshalb plädieren die Gewerkschafter für neue Angebote, besonders über die Wintermonate. Selbst die „vorschnell“ von den gemeindlichen Gremien abgelehnten Pläne für eine Eisbahn auf dem Felsenmeerparkplatz müssten nochmals in diese Überlegungen mit einbezogen werden.

Für weniger sinnvoll hält der DGB dagegen die von Hans Seeger wieder ins Gespräch gebrachte Sommerrodelbahn. Die Anlieger im „Eck“ wären schon jetzt über die Sommermonate mit dem Autoverkehr und den Besucherströmen überfordert, lautet das Argument. Bei weiter steigenden Parkgebühren nutzten immer mehr Autofahrer die Abstellplätze in den Seitenstraßen. Bei Großereignissen gebe es zunehmend kein Durchkommen mehr.

In Anbetracht des bundesweiten Gaststättensterbens sehen die Gewerkschafter die Entwicklung auf der Kuralpe/Kreuzhof besonders positiv. Dort seien rund 30 Arbeitsplätze entstanden und das Haus zu einem „Leuchtturm“ der odenwälder Gastronomie geworden. Gut entwickelt habe sich auch das in ein Speiselokal umgewandelte frühere SSV-Heim. Dort hätten bei idealem Sommerwetter viele Felsenmeerbesucher den erheblich vergrößerten Biergarten gut genutzt.

Bei weitem noch nicht ausgereizt seien die Übernachtungszahlen im Tal. Während beispielsweise im Modautal fast 23 000 Übernachtungen gezählt wurden, seien es in Lautertal nur rund 10 000. Und davon falle ein nicht unwesentlicher Anteil auf die Übernachtung von im Rhein-Main-Gebiet tätigen Monteuren, die die günstigeren Angebote im abseits gelegenen Odenwald nutzten.

Insgesamt, so der DGB, bringe der Tourismus in Lautertal bei weitem noch nicht so viele Einnahmen und neue Arbeitsplätze, wie es sich besonders die Regionalplaner, aber auch die Gemeinde vorgestellt hatten. Zu einer positiven Entwicklung vermisst der DGB allerdings auch nachhaltige Initiativen örtlicher Unternehmer. red

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