Lautertal

Gewerkschaften Ortsverband Lautertal/Lindenfels wirbt für die Wahl demokratischer Parteien

DGB will Europa nicht den Rechtspopulisten überlassen

Archivartikel

Lautertal/Lindenfels.Europa fördern und gestalten will der DGB-Ortsverband Lautertal/Lindenfels. Bei einem Treffen in Reichenbach forderte Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) seine Kolleginnen und Kollegen auf, für die Wahl demokratischer Parteien bei der Abstimmung Ende März zu werben und damit eine Phase einzuleiten, die Europa sozialer, gerechter und ökologischer macht.

Europa dürfe nicht den Marktradikalen, den Rechtspopulisten und Neofaschisten überlassen werden. Das sich immer noch in der Entstehungsphase befindliche Europa habe in den vergangenen Jahren eine große Aufbauleistung vollbracht. Nutznießer davon sei in erster Linie Deutschland, das seine Marktchancen durch den erleichterten Zugang zu den europäischen Nachbarn bedeutend ausgebaut habe. Der extrem hohe Außenhandelsüberschuss, der leider auch auf Kosten unterbezahlter Arbeitnehmer erzielt werde, komme nicht von ungefähr.

Ohne EU kein Infozentrum

Zudem seien die Kommunen im Kreis Bergstraße in den vergangenen Jahren mit über 40 Millionen Euro durch die EU gefördert worden. So wäre das Felsenmeer-Informationszentrum (FIZ) in Lautertal ohne den Zuschuss der EU nicht möglich gewesen. Auch das Informationszentrum unterhalb der Burg in Lindenfels werde wesentlich mit Mitteln aus Brüssel realisiert.

Vorrang vor Profit

Außer den finanziellen Vorteilen für die Bundesrepublik sah Raupp auch Chancen durch ein starkes Europa für die Arbeitnehmer. Dazu wäre jedoch ein neuer Aufbruch für ein soziales Europa mit stärkeren Arbeitnehmerrechten notwendig. Künftig müsse mehr der Mensch im Mittelpunkt stehen, Mensch und Umwelt müssten Vorrang haben vor dem Profit. „Deshalb müssen wir Europa sozialer, gerechter und ökologischer machen“, hieß es bei dem Treffen.

Die Gewerkschaften setzten sich für gute Arbeit, gute Löhne und armutsfeste Mindestlöhne in allen EU-Staaten ein. Lohndumping, Ausbeutungsarbeitsverhältnisse und das um sich greifende Befristungswesen müssten aktiv bekämpft werden.

Die rassistische und nationalistische Spaltung schwäche die Arbeitnehmerseite und nutze nur dem Kapital, fuhr Raupp fort. „Wir lassen uns nicht spalten, nur gemeinsam können wir erfolgreich für ein gutes Leben kämpfen“, sagte der Gewerkschafts-Regionssekretär. red

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