Lautertal

Gemeindevertretung Gemeinsamer Antrag von Günter Haas (LBL) und Frank Maus (GLL) steht am Donnerstag auf der Tagesordnung

Europaplatz soll nicht bebaut werden

Archivartikel

Reichenbach.Die Gemeindevertreter Günter Haas (LBL) und Frank Maus (GLL) haben zur Sitzung am kommenden Donnerstag, 25. Juni, einen gemeinsamen Antrag vorgelegt. Sie fordern, im Rahmen der Neuordnung des Destag-Geländes in Reichenbach auf eine Bebauung des Europaplatzes an der Ecke Nibelungenstraße / Auf der Steinaue zu verzichten.

Auf einem Teil des Areals der traditionsreichen Steinfabrik soll Wohnhäuser gebaut werden. Auch der Europaplatz gehört dazu, da er seit jeher der Destag gehört und von dieser lediglich als allgemeine Grünfläche zur Verfügung gestellt worden war.

„Jedes Dorf und jede Stadt braucht mehr als nur Häuser und Straßen, um das Leben dort tatsächlich lebens- und liebenswert zu machen. Deshalb gibt es in allen Städten und Kommunen Parks und Grünflächen, die gepflegt und von Einwohnern wie Gästen besucht und genossen werden. In Reichenbach könnten wir schon bald eine solch wertvolle Grünfläche mit Naherholungspotenzial durch Unachtsamkeit unwiederbringlich verlieren“, schreiben Haas und Maus zur Begründung ihres Antrags.

„Das Baugebiet ist wichtig“

Der Investor auf dem Destag-Geländes lasse derzeit alte Anlagen abreißen, nachdem er zuvor das Firmengelände habe roden lassen. Nach Ansicht von Haas und Maus ist damit dessen „Wille zur baldigen Umsetzung des neuen Baugebietes nachdrücklich dokumentiert.“ Die beiden Gemeindevertreter legen aber Wert auf die Feststellung, dass sie das neue Baugebiet nicht verhindern wollen. „Wir unterstützen das Vorhaben des Investors und haben auch bereits in der ersten Lesung innerhalb der Fachausschüsse und der Gemeindevertretung dafür votiert?, so Haas. Frank Maus ergänzte: „Es handelt sich hierbei um ein Vorzeigeprojekt, da eine Industriebrache, die von Wohnbebauung umschlossen ist, nun einer sinnvollen Folgenutzung zugeführt wird. Die Größenordnung stellt eine effektive aber doch sanfte Erweiterung des Siedlungsgebietes dar, ohne hierfür den Außenbereich opfern zu müssen.“

Die beiden Gemeindevertreter erinnern aber daran, dass der Europaplatz „seit Menschengedenken“ von Bebauung frei gehalten werde, obwohl er offiziell ein Bauplatz sei. Dies habe gute Gründe: sie liege im Ortskern, sei gut erreichbar und stelle eine grüne Oase entlang einer vielbefahrenen Bundesstraße dar.

Günter Haas sagte, die B 47 sei eine „wichtige Lebensader des Odenwaldes und gleichzeitig eine Belastung für die Anwohner. Der Pkw- und Lkw-Verkehr hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen und bringt immer mehr Lärm, Staub und Abgase mit denen die Bürger dort fertig werden müssen. Wer abseits der B 47 wohnt, profitiert von dieser Straße und der Geduld der dortigen Anwohner, ohne selbst darunter leiden zu müssen.“

Dies treffe auch auf die beiden Antragsteller zu, so Frank Maus. „Genau aus diesen Gründen sind wir uns dessen bewusst, dass wir sorgsam mit den letzten grünen Oasen an der B 47 umgehen müssen. Die Ortsdurchfahrt von Reichenbach wird von Beton und Teer dominiert. Das ist weder besonders schön noch lebenswert. Die seltenen grünen und bunten Farbtupfer in Form von Grünflächen, Bäumen oder Blumenbeeten verdienen daher erhalten zu werden, denn sie steigern die Lebensqualität im Dorf.“

Die klimatischen Entwicklungen trügen zur Notwendigkeit des Grünerhalts bei, sind sich Haas und Maus sicher. Die Sommer würden nachweislich immer heißer und trockener. Grünflächen seien zur Bindung von Staub und zur Abkühlung des Kleinklimas gut geeignet.

Der Zustand der Grünfläche sei freilich nicht immer eine Augenweide. Daher schlagen Haas und Maus vor, sie aufzuwerten. „Zum Hunde-WC sollte die Fläche jedenfalls nicht verkommen. Wir sehen die Chance, daraus ein schönes innerdörfliches Naturschutzprojekt zu machen. Beispielsweise könnte eine Öffnung des Vorbaches dort eine Bereicherung darstellen. Den Verschönerungsverein sehen wir hierbei als Kooperationspartner“, so Haas und Maus. Auch den örtlichen Naturschutzexperten Martin Schaarschmidt wollen die beiden einbinden. „Seine Erfahrung könnte dem Dorfleben hier gute Dienste leisten.“ tm/red

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