Lautertal

Vereine Die Mitglieder des Repair-Cafés brachten in Lautern Elektrogeräte wieder zum Laufen

Festhalle wird zur Werkstatt

Archivartikel

Lautern.Auf den Tischen des Repair-Cafés in Lautern lagen ein fast schon nostalgischer Plattenspieler, viele Werkzeuge, Lötkolben, und zwei Nähmaschinen. Alle Elektrogeräte sollten repariert werden und bereits ab 14 Uhr war kaum mehr ein Parkplatz an der Festhalle frei.

Eine junge Umweltjournalistin aus Amsterdam hatte 2009 die zündende Idee zum Thema Selbsthilfewerkstatt. Die Helfer vom Fach brachten Geräte wieder auf Touren, die der Handel schon längst als irreparabel abgeschrieben hatte.

Das Repair-Café an der Bergstraße wurde im November 2015 gegründet und ist seither ein echtes Erfolgsmodell. Es war Birgit Rinke, Vorsitzende des Vereins, die die Idee umsetzte. Die Nachfrage war von Beginn groß. Im Laufe eines Jahres gibt es seither in der Regel zehn Termine an verschiedenen Orten, an denen das Repair-Café Station macht.

Anmelden muss man sich vorher nicht, man kommt einfach vorbei. Am Eingang wird dann ein Zettel ausgefüllt und beschrieben, was nicht mehr funktioniert.

Der Verein zählt um die 40 Mitglieder, die ihre Arbeit zu den Terminen ehrenamtlich zur Verfügung stellen. An den Tischen sitzen sie dann zusammen mit denen, die etwas zu reparieren haben und schnell geht es los. Die Reparatur ist kostenlos, doch der Verein freut sich über Spenden. Unterstützen kann man auch im Rahmen einer Mitgliedschaft. Wer ein Gerät bringt, sollte, wenn vorhanden, auch die Betriebsanleitung mitbringen.

Kontakt mit Schulen gesucht

„Die Küchenmaschine, her damit“, so die freundliche Ansage, dass nun das nächste Gerät an die Reihe kommt. Immer wieder folgten solche Zwischenrufe. Die Wartenden konnten sich zwischendurch ein Getränk oder Kuchen besorgen, andere saßen bei der Reparatur daneben. Oft waren es ältere Geräte, die zur Reparatur gebracht wurden.

Schon früh wollte man vom Verein auch mit „Repair-Kids“ bei Schulkindern das Interesse an Technik und Handwerk fördern und gleichzeitig deren Verantwortungsbewusstsein für den Umweltschutz stärken. Nun geht es um die Kooperation mit Schulen, die sich hier anschließen würden.

Die heutige Generation weiß zwar viel rund um Smartphone, Computer und IT, doch bereits wenn ein einfaches Haushaltsgerät den Dienst quittiert, dann stehen viele Menschen mit leeren Händen da. Die Angebote des Repair-Cafés waren in der Vergangenheit so gut gefragt, dass Hilfesuchende sogar wegen des großen Ansturms auf den nächsten Termin vertröstet werden mussten. Ist das der Fall, haben sie aber ein Vorrecht bei der Terminverteilung.

Wegen der großen Beliebtheit der Initiative werden immer wieder und für jeden Termin Helfer gesucht. Insbesondere sind Experten mit handwerklichen Fähigkeiten gefragt, aber auch Freiwillige, die sich in der Organisation einbringen möchten. „Derzeit suchen wir verstärkt nach Menschen, die sich auch mit moderneren Computern auskennen“, sagte Ute Forkert vom Verein. Repariert wird vieles, doch nichts, auf dem noch eine Garantie ist.

Beim Repair-Café in Lautern gab es 35 Annahmen von Geräten, von denen 45 Prozent repariert wurden – eine hohe Quote. Die Zahl der Annahmen lag damit etwas unter jener des vergangenen Termins, aber das führte auch Forkert auf die sehr sommerlichen Temperaturen zurück. Über einen privaten Kontakt halfen auch einige Flüchtlinge bei der Organisation, unter anderem bei der Anmeldung gleich am Eingang. Des Weiteren konnte man sich kostenlos an gespendeten Blumentöpfchen und Puzzlespielen bedienen und es gab kleine Pflanzen zum Tausch. Für alles, das gar nicht mehr zu reparieren war, stand eine Box für Elektroschrott zur Verfügung. cf

Info: Kontakt: info@repaircafe-bergstrasse.de. Internetseite mit allen weiteren Terminen: www.repair cafe-bergstrasse.de

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel