Lautertal

Gemeinde erinnerte an Verfolgung und Ermordung der Juden

Reichenbach.Mit einem Gedenkgottesdienst in der evangelischen Kirche in Reichenbach hat die Gemeinde Lautertal am Samstag an die Verfolgung und Ermordung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland erinnert. Am Jahrestag der gewalttätigen Ausschreitungen in der Nacht zum 10. November 1938 gestalteten Lautertaler Schüler die Feier, bei der Bürgermeister Andreas Heun und Günter Haas, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, sprachen.

Im Anschluss zogen die Gottesdienst-Besucher zur nahegelegenen ehemaligen Synagoge in der Bangertsgasse. Dort legten Heun und Haas einen Kranz nieder.

Das Haus war 1938 nicht angegriffen worden, weil es damals schon nicht mehr der jüdischen Gemeinde gehörte. Die war durch die Verfolgung ab der Machtübernahme der NSDAP 1933 so stark geschrumpft, dass die das Gebäude kurz zuvor an die Gemeinde verkauft hatte.

Zu Mordanschlägen und Plünderungen kam es aber auch im Odenwald, unter anderem in Reichelsheim. Dort wurde die Inneneinrichtung der Synagoge auf den Vorplatz geworfen und angezündet. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden misshandelt und mussten um das Feuer tanzen. Juden wurden auch in ihren Häusern überfallen. In die Wohnungen wurde eingebrochen und das Mobiliar zertrümmert. tm/Bild: Funck

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