Lautertal

Flüchtlinge Familiennachzug macht sich bemerkbar

Gemeinde sucht Wohnraum

Lautertal.Die Gemeinde Lautertal sucht für Flüchtlinge dringend Wohnungen. Seit rund 20 Jahren schon hat die Kommune keine eigenen Sozialwohnungen mehr. Daher ist die Kommune darauf angewiesen, dass Privatleute Wohnraum anbieten. Darum hatte die Gemeinde in den vergangenen Jahren immer wieder gebeten – allerdings mit mäßigem Erfolg.

In der Gemeinde leben besonders seit 2015 Menschen, die wegen Krieg und Gewalt aus ihrer Heimat geflohen sind. Sofern die Gründe für die Flucht hier anerkannt worden seien, dürfe ein Flüchtling seine Familie nachholen, erläuterte Bürgermeister Andreas Heun bei einem Pressegespräch. In diesem Jahr seien bereits drei Familien untergebracht worden, die wegen dieser Regelung nach Lautertal gekommen seien. Drei Geflüchtete seien vorübergehend in einer Wohngemeinschaft in Lautern untergebracht worden. Sie hätten anschließend in eine Wohnung nach Rimbach umziehen können.

Container sind eine Option

Die nächste Familie sei am gleichen Tag in die Wohngemeinschaft eingezogen und werde zum 1. November nach Bensheim umziehen. Anfang Oktober sei eine weitere Familie nach Lautertal gekommen. Es sei zunächst gelungen, sie in einer Ferienwohnung unterzubringen. „Das Zusammenleben dort klappt problemlos“, betonte der Bürgermeister. Es sei aber schon bei der Anmietung bekannt gewesen, dass die Ferienwohnung ab Ende des Monats anderweitig vermietet sei. Daher müsse die Familie umziehen. Eine neue Unterkunft wurde laut dem Bürgermeister in letzter Minute gefunden.

Seit Wochen versuchten die Gemeinde, die Flüchtlingshilfe Netzwerk Vielfalt und die Kirchengemeinden immer wieder, Wohnraum zu finden.

Für Mitte November sei bereits der nächste Familiennachzug angekündigt. Heun rief die Bürger nochmals dazu auf, freie Wohnungen zu melden beziehungsweise zur Verfügung zu stellen.

Gebraucht würden Räume, in denen je vier Personen untergebracht werden könnten. Familiennachzüge würden rund vier Wochen vorher vom Ausländeramt angekündigt. Bisher hätten sich die Familien zudem einige Zeit vorher bei der Koordinatorin für die Flüchtlingshilfe, Aster Walter, gemeldet, so dass der Gemeinde Zeit geblieben sei, nach Unterkünften zu suchen.

Walter stehe in Lautertal aber nur noch bis Jahresende zur Verfügung. Die Verwaltung brauche daher eine „Maßnahmenplan in der Schublade, der im Bedarfsfall aktiviert werden kann“, erläuterte Andreas Heun. Daher werde zurzeit auch geprüft, ob in der Gemeinde Container mit Wohnungen aufgebaut werden könnten. Alternativ sei möglich, dass die Gemeinde Wohnungen anmiete, um sie für die Flüchtlingshilfe zu verwenden. red

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