Lautertal

9. November Gemeinde Lautertal und Kirchen rufen zu Gedenkveranstaltung auf

Gottesdienst erinnert an Judenverfolgung

Lautertal.Die Gemeinde Lautertal und die Lautertaler evangelischen Kirchengemeinden rufen für Freitag, 9. November, wieder zum Gedenken an die Verfolgung der Juden in der Nazizeit auf. Zum 80. Jahrestag der sogenannten Reichspogromnacht gibt es ab 18 Uhr in der evangelischen Kirche in Reichenbach einen Gottesdienst.

Pfarrer Jan Scheunemann wird die Feier leiten, in deren Rahmen Bürgermeister Andreas Heun und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Günter Haas, Gedenkansprachen halten werden. Das Programm wird außerdem gestaltet von Schülern der Mittelpunktschule Gadernheim. Diesen habe mit ihrer Lehrerin Tanja Wichmann-Huff im Konzentrationslager Buchenwald über das Schicksal von Max Liebster geforscht. Liebster war gebürtiger Reichenbacher und wurde von den Nationalsozialisten in Buchenwald gefangen gehalten. Für sein Bemühen um Aussöhnung zwischen Tätern und Opfern wurde der nach dem Krieg in Frankreich lebenden Liebster zum Ehrenbürger der Gemeinde Lautertal ernannt.

Bürgermeister Heun und Pfarrer Scheunemann betonten, die Feier solle die gesamtgesellschaftliche Verantwortung hervorheben. Kirche und Staat müssten gemeinsam mit den Bürgern dafür sorgen, dass sich derartiges Unrecht nicht wiederhole.

Andreas Heun rief dementsprechend die Bürger zur Teilnahme am Gedenken auf. Der 80. Jahrestag der Brandnacht mache den Termin in diesem Jahr zu etwas Besonderem.

Im Unterschied zu den Vorjahren soll die Gedenkfeier in diesem Jahr weitgehend in der Kirche sein. Auf Ansprachen vor der ehemaligen Synagoge in der Bangertsgasse wird verzichtet. Allerdings werden die Gottesdienst-Besucher wie gewohnt dorthin ziehen, um einen Kranz an der Gedenktafel niederzulegen.

Die Synagoge in Reichenbach war 1938 nicht zerstört worden, weil die jüdische Gemeinde das Haus kurz zuvor verkauft hatte. Es dient seither als Wohnhaus. Gleichwohl hatten die Juden in Reichenbach unter der Verfolgung durch die örtlichen Behörden und Nazi-Schergen zu leiden, wie sich beispielhaft am Schicksal von Max Liebster zeigt.

Dass das Thema nicht nur in die Geschichtsbücher gehört, zeigt die Gedenkstätte für den Lautertaler Ehrenbürger. Sie wurde seit ihrer Einrichtung 2013 mehrfach von Unbekannten beschädigt.

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