Lautertal

Wetter Wegen der extremen Trockenheit gilt in Lautertal besondere Vorsicht / Wald wird verstärkt überwacht

Grillen in der Natur ist nicht mehr erlaubt

Archivartikel

Lautertal.Die Gemeinde Lautertal hat angesichts der andauernden Trockenheit zu erhöhter Vorsicht in der Natur aufgerufen. Gemeindebrandinspektor Bernd Röder berichtete gestern, dass offene Feuer bis auf Weiteres dann nicht gestattet sind, wenn sie in einem Abstand von untrer 100 Metern zum Wald entfacht werden sollen.

Das gilt auch für Grillfeuer und nicht nur außerorts, sondern auch für bebaute Grundstücke in den Dörfern, die nahe am Wald liegen. Offene Feuer an anderen Stellen müssten ständig beaufsichtigt und anschließend sorgfältig gelöscht werden. Es sei aber auf jeden Fall vorzuziehen, derzeit generell kein Feuer zu entfachen, berichtete Röder.

Kein Regen seit Anfang Juni

Durch das Andauern der Schönwetterphase mit Temperaturen von über 30 Grad und weitgehend ausbleibenden Niederschlägen habe sich die Waldbrandgefahr in Hessen deutlich verstärkt, so Röder weiter. In Lautertal hatte es Anfang Juni zuletzt nennenswert geregnet.

Nur wegen der ergiebigen Niederschläge im Winterhalbjahr hat die Natur die extreme Trockenheit bisher vergleichsweise gut überstanden, auch wenn die Landwirte in ganz Hessen mit hohen Ausfällen bei der Getreideernte und – falls sich die Großwetterlage nicht ändert – im Folgenden auch bei der jetzt anlaufenden Obsternte rechnen.

Einzelne gewittrige Niederschläge führten nicht zu einer Verbesserung der Situation, so der Gemeindebrandinspektor. Bei starkem Regen kann das Wasser gar nicht erst in den Boden eindringen. Um die Defizite auszugleichen und die Reservoire im Erdreich wieder aufzufüllen, wäre ein dauerhafter Regen von mehreren Tagen nötig.

In Hessen gilt seit rund einer Woche Alarmstufe A, die erste von zwei Alarmstufen, für die Forstverwaltung in Hessen. „Die Aussicht auf ein Anhalten der Wetterlage ohne größere landesweite Niederschläge macht diesen Schritt erforderlich“, heißt es vom Umweltministerium.

Mit dem Schritt werde unter anderem sichergestellt, dass die besonders gefährdeten Waldbereiche verstärkt überwacht würden. Die Forstverwaltung stelle zudem die technische Einsatzbereitschaft her und bleibe in Kontakt mit den Feuerwehren.

Höchste Gefahrenstufe

Der Deutsche Wetterdienst hat gleichzeitig für den Raum Darmstadt den Waldbrand-Gefahrenindex auf 5 – die höchste Stufe – angehoben. Seit Tagen warnt der DWD regelmäßig vor extremer Hitze, auch wenn die Temperaturen gestern etwas nachgelassen hatten.

Außer dem jetzt ausgesprochenen Verbot von Feuer in der Natur sei bei einer weiteren Verschärfung der Lage auch die Sperrung von Waldwegen und Waldflächen nicht ausgeschlossen. Nach dem in Hessen insgesamt zu trockenen Frühjahr und deutlich zu trockenen Juni bei gleichzeitigen Rekordtemperaturen im April und Mai, seien die Wasservorräte in den Waldböden stark zurückgegangen.

Rauchen sei im Wald grundsätzlich nicht gestattet, erinnert das Umweltministerium. Waldbrände könnten aber nicht nur von Feuerstellen und Zigarettenkippen ausgehen, sondern durch den Brennglaseffekt auch von Flaschen und Glasscherben.

Waldbesucher werden gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren. Pkw dürfen nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Die Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen. Das sei vor allem an den Parkplätzen am Felsenmeer wichtig, die von Besuchern stark genutzt würden, sagte Gemeindebrandinspektor Bernd Röder.

Trockene Gräser auf den und entlang der Waldwege könnten sich durch heiße Auto-Katalysatoren schnell entzünden. Es sei auch wichtig nicht an oder im hohen Gras zu parken. Brennende Gegenstände wie Zigarettenkippen dürften nicht aus dem Auto geworfen werden.

Abhängig von der örtlichen Situation werde überprüft, auch Grillplätze vorübergehend zu schließen, kündigte Röder an. Über kurzfristige Sperrungen werde die Gemeinde im Internet informieren.

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