Lautertal

Elmshäuser Kerb Kerweparrer Florian Geschwind und Mundschenk Bianca Jäckel hatten viele lustige Geschichten aus dem Ort parat

Handy im Brunnen, Schuhe im Container

Elmshausen.„Die Elmshäuser Kerb iss wirrer do“ – hoch von der Kerwekanzel begrüßten Kerwepfarrer Florian Geschwind und Mundschenk Bianca Jäckel die Kerwegäste, die sich nach einem gelungenen Umzug auf dem Festplatz eingefunden hatten: „Zwaa Tach schon gefeiert – dass es grad so kracht. Mehr hawwe getanzt, gesunge unn viel gelacht.“ nun war der dritte Tag der Kerb gekommen und damit die von vielen Besuchern sehnlichst erwartete Kerweredd. Doch zuvor gab es erst einmal den fälligen Seitenhieb zu den Reichenbacher Nachbarn: „Unn grad ewe, de Festzug war wirrer große Klasse do tun unser Nachbargemeinde vor Neid erblasse“. Die Besucher nahmen es mit Humor, schließlich kommt ihre Kerwe noch.

Die Kerweredd beinhaltete in diesem Jahr wieder die Missgeschicke einiger Bürger und war auch ein kleines Mitteilungsblatt. So wurde darauf hingewiesen, dass im Vereinsheim des TSV kräftig renoviert wurde. In den Sanitärräumen wurde unter Federführung des Präsidenten Andreas Ihrig gearbeitet, „mit neue Fliese unn es Wasser tut aus neue Rohre spriesse“. Beim Umbauen des Installationsschachtes ist ihm dann doch ein Malheur beim Löcher bohren fürs Anschrauben eines Kastens passiert. „Do bohrt der – und dess fand er garnet foi – mitte in e Heizungsrohr noi.“

Für einige Elmshäuser ist die Debatte um die Abschaffung der Zeitumstellung interessant. Das Umstellen der Uhren zweimal im Jahr schafft für so manchen Zeitgenossen Probleme, auch noch Tage später. In dieser Geschichte stand ein Elmshäuser eine Stunde vor dem verabredeten Termin vor der Tür. Der Besucher hatte aber keinerlei Schuldgefühle: „Er lametiert kreuz unn quer, dass es doch schon 17 Uhr wär“. Als Beweis hält er seine Uhr vor, die tatsächlich diese Zeit zeigt. „Du Dabbes hast am Wocheend vergesse – die Uhr umzustelle“, erkennt die überraschte Besucherin.

Eingeschlafen mit Pizza im Ofen

Mit dem Satz: „Die Feuerwehr Elmshause, ich mach do kah Witze, iss im Lautertal einfach spitze“, beginnt eine weitere Geschichte. In dieser aktiven Gruppe gibt es einen Feuerwehrmann, der selbst zwei Versuche unternommen hatte, die Kollegen zu einem Einsatz zu bewegen. Beim Teichfest wird gefeiert, dann geht der junge Mann alles andere als nüchtern nach Hause und spürt sein Magenknurren. „E Pizza in de Ofe unn fällt in tiefen Traum“.

Ein laut piepsender Alarmmelder holt den jungen Mann aus seinen Träumen. „Die Küch iss voll mit Pizza-Qualm“, so die Erkenntnis. „Fenster uff, die Pizza fliegt unn es Blech dezu in de Hof. Die Feuerwehr hatt nix zu tu.“

Das Teichfest geht zwei Tage und der junge Mann hatte noch eine Pizza in der Kühltruhe: „Unn täglich grüßt das Murmeltier, es lag wohl an dem viele Bier“, war der Kommentar von Kerwepfarrer Florian Geschwind.

Aus dem Themenbereich „Verwechslungen“ stammte die folgende Geschichte der Kerweredd. Ein junges Paar zog um. Die Frau packte alte Wäsche in einen Sack, die sollten in die Altkleidersammlung. „Die solle – sie sinn ja nimmer so foi – in de Altkleidercontainer noi“, so die Überlegung. Derweil holt sie einen zweiten Sack und packt „ihr Lieblings-Schuh aus Leder unn Lack“ dort hinein.

Der Mann bekommt seine Anweisungen und „schnappt en Sack und ohne zu denke tut den im Container versenke.“ Die Frau stellt fest, dass der Sack mit den Altkleidern immer noch da ist. „Doch dann verliert sie schnell ihr Ruh, wo sinn dann bloß moi Lieblings-Schuh?“ Ab jetzt wird es kompliziert. Der Mann bekommt Order: „Ab zum Container unn moi Schuh gefunne, sonst brauchst du mir nimmer heim zu kumme“. Zum Glück gab es am Container eine Telefonnummer und freundliche Mitarbeiter, so konnte alles gerettet werden.

Weniger Glück hatte ein junger Elmshäuser, sein Handy war nach seiner Badeaktion nicht mehr zu retten. Zwei junge Männer zeigten sich bei einer Party bereit, Bier an der Tanke zu holen. „Kurz vorm Ziel, denne zwei tun die Füß schunn weh, sehn se de Brunne mit kaltem Wasser – wie schej“. Eigentlich wollten sie nur ihre Füße kühlen, und schnell saßen sie im Nass. Nur blöd, dass Handy noch in der Hosentasche steckte... jhs

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