Lautertal

Sparkasse Bensheim

Lautertal zahlt 300 000 Euro Zinsen

Lautertal.Die Gemeinde Lautertal bezahlt jedes Jahr 300 000 Euro an Zinsen für Kredite. In unserem Bericht aus der Gemeindevertretung war die Summe versehentlich als Tilgungsleistungen bezeichnet worden.

Gemeindevertreter Martin Grzebellus (LBL) hatte in der Sitzung am Donnerstag den Vorschlag gemacht, angesichts der veränderten Rahmenbedingungen die Mitgliedschaft der Gemeinde im Sparkassen-Zweckverband Bensheim zu prüfen. Es sei augenfällig, dass die Gemeinde rund 300 000 Euro im Jahr an Bankzinsen aufwende, während die Sparkasse nur einmalig im vergangenen Jahr 39 000 Euro als Überschussbeteiligung ausgezahlt habe.

Mögliche Nachforderungen prüfen

Die Einlagen der Gemeinde bei der Kasse betrügen 8,8 Millionen Euro und seien somit im vergangenen Jahr mit gerade einmal 0,45 verzinst gewesen, so Grzebellus. Die durchschnittliche Kostensteigerung in Deutschland betrage aber 2,2 Prozent, sodass der Geldwert schrumpfe. Merkwürdig sei, dass in der Vergangenheit keine Zahlungen an die Gemeinde erfolgt seien. Die Sparkasse Bensheim hatte sich im Unterschied zu anderen Instituten jahrelang geweigert, Gewinnbeteiligungen an die Kommunen auszuzahlen. Nach einer Aktion der Grünen Bergstraße in den Mitgliedsgemeinden im vorigen Jahr hatte der Vorstand dann einer Ausschüttung eines Teils der Gewinne von 2018 zugestimmt und für die Folgejahre Geld zugesagt. Für das Geschäftsjahr 2019 war eine Ausschüttung dann abgelehnt worden. Das Kapital der Gemeinde bei der Sparkasse habe als Haftungsschutz gedient, wofür die Gemeinde aber keine Gegenleistung erhalten habe, teilte der LBL-Gemeindevertreter mit. Banken berechneten ihrerseits für Verpflichtungen bei einem Zahlungsausfall – etwa für Kreditabsicherungen – bis zu drei Prozent im Jahr. Vor einer tatsächlichen Kündigung der Einlage müsse die Gemeinde prüfen, welche Nachforderungen die Sparkasse geltend machen könne. „Zumindest haben wir aber mit unserem Vorschlag ein Politikum angestoßen, dass sicherlich auch bei anderen Gemeinden Nachdenken auslösen dürfte“, so Martin Grzebellus. tm/red

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