Lautertal

Letzte Reste der Bergbau-Ära am Hohenstein in Reichenbach verschwunden

Reichenbach.Immer wieder gab es Versuche, dem Hohenstein bei Reichenbach Kupfererz und silberhaltigen Bleiglanz abzuringen. Ab 1513 gab es zahllose Perioden der Bergbautätigkeit – meist mit geringem Erfolg. Zuletzt wurde das Bergwerk im Rahmen der Kriegswirtschaft 1939 wieder in Betrieb genommen, aber schon fünf Jahre später wieder stillgelegt.

Eines der größten Probleme war außer dem geringen Erzgehalt das zufließende Wasser. Der Geologie-Experte Michael Fettel gibt die Menge in den Geschichtsblättern des Kreises Bergstraße mit 400 Liter pro Minute an. In der letzten Periode sollen 13 025 Tonnen Fördergut zutage gebracht worden sein, woraus rund 171 Tonnen Kupfer gewonnen worden seien.

Der letzte sichtbare Zeuge des Bergwerks war der 1975 abgerissene Trafoturm, der für die Stromversorgung der Förderanlagen zuständig war. Ihn zierte einst der Bergwerksgruß „Glück auf“, der aber mit der Zeit deutlich verwitterte. Später verschwand auch das kleine Gebäude unterhalb des Turmes, das die Winden beherbergte. Nach dem Krieg war es zunächst noch als Behausung genutzt worden.

Zuletzt blieben die Betonsockel für den Förderturm des Bergwerks direkt an der Hohensteiner Straße übrig. Diese wurden jetzt aber für eine neue Bebauung auf dem Gelände entfernt.

Bedauerlicherweise sind keine Fotografien aus der Zeit der letzten Bergwerkstätigkeit bekannt. Es wäre aus historischen Gründen interessant, derartige Aufnahmen archivieren zu können. Vielleicht können die BA-Leser hierzu einen Betrag leisten. koe/Bilder: koe

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