Lautertal

Kirche Angebote der Gemeinden in Beedenkirchen und Lindenfels zum Sonntag „Cantate“

Lieder von Händel und eine Predigt in Odenwälder Mundart

Archivartikel

Beedenkirchen.Die evangelische Kirchengemeinde Beedenkirchen lädt zum Mitfeiern ihres Gottesdienstes am kommenden Sonntag, 10. Mai, ab 10 Uhr ein. Die Feier wird im Internet über Youtube übertragen. Sie ist dort unter dem Stichwort „Beedenkirchen Gottesdienst“ zu finden.

Der Name des Sonntags „Cantate“ („Singet“) ist eine Aufforderung an alle, die von zu Hause aus sowohl die klassischen als auch die neueren geistlichen Lieder mitsingen wollen.

Ein musikalischer Höhepunkt in der Feier werden zwei Stücke aus den Deutschen Arien von Georg Friedrich Händel sein. Die Sopranistin Eva Woitas wird dabei von Christiane Streek auf der Geige und Andrea Gulden am Piano begleitet werden.

„Die Musik ist fähig, über die Ohren direkt die Wesensmitte unserer Existenz – unser Herz – zu erreichen. Und das, ohne den Umweg über den Verstand nehmen zu müssen“, beschreibt Beedenkirchens Pfarrer Reinald Engelbrecht die Wirkung dessen, was Menschen bewegt und neuen Lebensmut gibt.

In seiner Ansprache wird die moderne Hirnforschung erwähnt, die feststellt, dass das gesprochene Wort die kognitive Intelligenz einer Person erreicht. Der Gesang jedoch bewegt mit Hilfe der Melodie und des Rhythmus’ die emotionale Intelligenz, die menschliche Seele.

Je nach dem Rhythmusgefühl der jeweiligen Generationen wurde das christliche Singen in den zurückliegenden Jahrhunderten geprägt: Im Mittelalter die gregorianischen Gesänge, in der Zeit der Renaissance die beschwingten Motetten, im Barock die Oratorien und Kantaten und in der heutigen Generation die Praise-and-worship-Songs und die Lieder aus Taize.

Die Beedenkircher Internet-Gottesdienste werden von Alexander Beutel von der Firma Young Dimension aufgezeichnet und vorbereitet.

Wie in Beedenkirchen wird es am Sonntag auch in der evangelischen Gemeinde in Lindenfels noch keinen Präsenz-Gottesdienst geben. Es gebe dafür viele Auflagen und Beschränkungen im Blick auf den Infektionsschutz, der zurzeit lebenswichtig sei, schreibt Pfarrerin Jutta Grimm-Helbig.

Pause noch bis Pfingsten

Daher habe der Kirchenvorstand beschlossen, wie in vielen benachbarten Gemeinden auch den ersten Gottesdienst in der Kirche mit der Gemeinde erst an Pfingsten Ende Mai zu feiern. Bis dahin erstellten die Vertreter der Kirchengemeinde ein auf die Lindenfelser Kirche zugeschnittenes Infektionsschutzkonzept.

Der langjährige Prädikant Johannes Winkler aus Ellenbach hat für den kommenden Sonntag eine Predigt in Odenwälder Mundart verfasst, die er in einem Youtube-Gottesdienst auf dem Kanal „Lindenfelser Lichtblick“ präsentieren wird. An der Feier werden außer Winkler auch Pfarrerin Jutta Grimm-Helbig sowie die Kirchenvorsteher Manfred Riebel und Jochen Ruoff mitwirken. Kameraführung und Schnitt liegen in den bewährten Händen von Daniel Kozacki-Krüger, dem Leiter des Albert-Schweitzer-Hauses.

Auch wenn aufgrund der Infektionsgefahr durch den Coronavirus auch am Sonntag Cantate nicht gesungen werden dürfe, so werde der Gottesdienst doch musikalisch von Jens Hebenstreit an der Orgel begleitet werden. Auf Abendmahlsfeiern will die evangelische Gemeinde in Lindenfels wegen des hohen Infektionsrisikos auf Weiteres verzichten, teilte die Pfarrerin weiter mit. Auf Wunsch könnten aber Hausabendmahle gefeiert werden.

Auch bei Beerdigungen, Trauungen und Taufen gelten in Lindenfels weiterhin die strengen Abstandsregeln. Außerdem muss die Gemeinde auf das gemeinsame Singen, auf Chor- und Sologesang sowie auf Bläser verzichten. In allen Gottesdiensten gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Im Hinblick auf diese Beschränkungen rät die Gemeinde für die nächsten Monate von Traugottesdiensten ab. Taufen seien im kleinen Familienkreis unter Berücksichtigung der Infektionsschutzregeln möglich.

„Auch wenn uns allen das sehr schwerfällt und wir uns nach fröhlichen Gottesdiensten mit gemeinsamem Singen, nach der Gemeinschaft in der Feier des heiligen Abendmahls, nach dem sich die Hände zum Friedensgruß reichen und bei Trauerfeiern nach einer tröstenden Umarmung sehnen, so wissen wir doch um unsere Verantwortung für die Menschen in unserer Gemeinde, deren Gesundheit uns am meisten am Herzen liegt“, so Jutta Grimm-Helbig.

So blieben trotz kleiner Lockerungen des Kontaktverbots vor allem das miteinander verbunden sein im Gebet und im Glauben sowie die Kontakte über Telefon und Internet. Die besondere Zeit erfordere von allen Geduld und einen langen Atem, besonnenes Handeln und gegenseitige Rücksichtnahme. red

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