Lautertal

Umweltschutz Ortsgruppe Elmshausen stimmt sich bei der Jahreshauptversammlung auf 2019 ein / Pflege von Streuobstwiesen wird wichtige Aufgabe

Nabu will sich um Obstbäume kümmern

Archivartikel

Elmshausen.Bei der Elmshäuser Orstgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) rückt dieses Jahr neben der Pflege von Magerwiesen und Feuchtbiotopen inzwischen auch verstärkt das Streuobst in den Vordergrund. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte am Felsenmeer deutlich, bei der ein Rückblick auf Aktivitäten des vergangenen Jahres und die Planung für 2019 auf der Tagesordnung standen.

Auf verschiedenen Brachflächen rund um Elmshausen hat die Ortsgruppe in langjährigem Einsatz artenreiche Biotope geschaffen. Diese früheren Ackerflächen würden schon lange nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, erklärt Vorstandsmitglied Karsten Gutgesell. Dass darauf naturnahe Biotope mit einer großen Artenvielfalt entstehen, erfordere menschliches Eingreifen. Dazu gehöre auch, zu verhindern, dass sich konkurrenzstarke Pflanzenarten ansiedeln, die ganze Flächen in eine Art natürliche Monokultur verwandeln könnten. Im Sommer 2018 haben die Ehrenamtlichen in einer Großaktion massenhaft Unkraut von den Wiesen entfernt, wie die Vorsitzende Katja Schuster berichtete.

Ein aktuelles Projekt der Ortsgruppe ist die Anlegung einer sogenannten Bentjeshecke auf der Balßenwiese. Dort haben die Mitglieder im Januar einen Abschnitt der bestehenden Hecken radikal gestutzt. Der Holzschnitt wird zwischen den Büschen zu einer Art Wall aufgeschichtet und wächst über die Jahre zu einem ein Refugium für Kleinsäuger und einer Brutstätte für Vögel heran.

Die Ortsgruppe will auf ihren Flächen nicht nur die Bildung von Biotopen fördern, sondern auch zur Erhaltung traditioneller Kulturlandschaften beitragen. Gutgesell denkt dabei in erster Linie an die Pflege von Streuobstwiesen, wie sie früher für den Odenwald typisch waren. „Viele der Arbeiten, die wir machen, wurden früher von Landwirten gemacht“, erklärt er. Heute falle diese Kulturform immer mehr dem globalisierten und industrialisierten Landwirtschaft zum Opfer, der lokale Anbau lohne sich für die meisten Landwirte nicht mehr.

Autoteile und Tapeten im Wald

Im November treffen sich die Mitglieder der Ortsgruppe wieder für den jährlichen Baumschnitt und neue Pflanzungen. Die Naturschützer nehmen auch Verjüngungsschnitte in einem großen Altbestand an Obstbäumen vor, der ohne diese Arbeiten verwildern und verfallen würde. Denn sonst kümmere sich niemand mehr um die eigentlich wertvollen alten Obstbäume, erklärt Gutgesell. Bei der Baumpflege wollen den Nabu-Mitgliedern in diesem Herbst auch die Streuobstwiesenretter beratend zur Seite stehen.

Offiziell ist die Ortsgruppe zwar in die föderale Struktur des NABU-Deutschland eingebunden, betreibt ihre Arbeiten jedoch weitgehend unabhängig, was Gutgesell als große Freiheit versteht: „Als Ortsgruppe sind wir ganz auf lokale Interessen fokussiert. Unsere Ziele bestimmen wir selbst.“ Unter dem ehemaligen Vorsitzenden und Biotopschutzwart Paul Reil habe der Schwerpunkt noch mehr auf dem Vogelschutz gelegen. Reil hatte den Vereinsvorsitz Anfang 2016 infolge der immer schlechteren Beziehungen zu den Kreis- und Landesverbänden abgegeben. Im Jahr 2018 trat er ganz aus der Ortsgruppe aus. Dem Vogelschutz fühlt sich der neue Vorstand aber weiterhin verpflichtet. Wenige Tage nach der Hauptversammlung trafen sich die Mitglieder zur gemeinsamen Reinigung der Nistkästen im Buchwald.

Weiterhin ist der Nabu Elmshausen bemüht, die umliegenden Wälder von illegal abgeladenem Müll zu befreien. Im vergangenen Jahr fanden die Naturschützer unter anderem Autoteile und Tapeten, die sie auf eigene Kosten bei der ZAKB entsorgten, berichtete Schuster.

Vor der Mahd im Sommer führt die Ortsgruppe in Absprache mit den Bauern und Jägern auch 2019 wieder eine Rettungsaktion für Rehkitze durch. Um die Kitze zu vertreiben und vor den Mähmaschinen in Sicherheit zu bringen, werden Scheuchen aufgestellt und die Felder durchstreift.

Die Kräuterwanderung im vergangenen Mai mit Christiane Tydecks, Mitarbeiterin im Freilichtlabor Lauresham, habe den Teilnehmern gut gefallen, sie soll dieses Jahr erneut stattfinden. Alle Interessierten dürfen teilnehmen. Bei der Kitzrettung und anderen Arbeitseinsätzen sind Helfer willkommen.

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