Lautertal

Elektromobilität Die Lautertaler Sozialdemokraten machen sich für eine verbesserte Infrastruktur stark

SPD fordert mehr Ladestationen für E-Autos

Archivartikel

Lautertal.Geeignete Ladestationen für Elektro-Mobilität und für Carsharing-Anbieter sollen nach Vorstellung der SPD-Fraktion in der Lautertaler Gemeindevertretung in möglichst vielen Ortsteilen errichtet werden. Dafür sollen bevorzugt private regionale Anbieter zur Einrichtung dieser Standorte gefunden werden, betonte Fraktionsvorsitzender Tobias Pöselt nach der jüngsten Zusammenkunft der Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung.

Leider habe die deutsche Automobilindustrie die Umstellung von Festbrennstoffen auf Strom „weitgehend verschlafen“. Bereits 2010 habe die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt, „international zu den Marktführern bei den Elektro-Fahrzeugen und den notwendigen Zuliefertechniken zu werden und bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straße zu bringen“.

Tatsächlich seien es 2018 aber nur 36 000 geworden, bei 3,4 Millionen Neuzulassungen also gerade mal ein Prozent, bemängelt Pöselt. Die Gründe seien einleuchtend: In Deutschland gebe es viel zu wenige Ladestationen für E-Autos. Bei der von der NPE angepeilten Million an Elektrofahrzeugen sei die Installation von mindestens 70 000 öffentlichen Normalladepunkten (AC-Ladepunkten) und 7100 öffentlichen Schnellladepunkten (DC-Ladepunkten), sowie rund eine Million private Ladepunkte notwendig. Um profitieren zu können, müsse eigentlich jeder E-Wagen-Besitzer sein Fahrzeug zu Hause Steckdose aufladen und unterwegs an vielen Ladestationen nachladen können.

In Lautertal gebe es bisher nur eine öffentlich zugängliche Ladestation am Felsenmeer. Da trotz der Versäumnisse mit einer Umstellung des Verbraucherverhaltens gerechnet werden könne, müssten besonders die ländlichen Kommunen Vorbereitung für diese Phase treffen. Nach Ansicht der SPD-Fraktion biete die Elektromobilität neben Wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen eine große Chance für die Energiewende auf dem Land.

Eine wichtige Säule im Verkehrswesen ist nach Ansicht der SPD-Fraktion das Carsharing. Es ergänze den Öffentlichen Nahverkehr etwa für Einkaufsfahrten und biete die Chance, Pkw effektiver zu nutzen. Entwickelt habe sich dieses System aus privaten Initiativen. Es werde nach Information der Anbieter von rund 2,5 Millionen Menschen genutzt. Dabei treten Mobilitätsdienstleister als professionelle Vermieter von Autos an ihre Kunden auf. Im Gegensatz zu klassischen Autovermietungen berechnen Carsharing-Anbieter die Nutzungsgebühren oft minuten- oder kilometergenau. Das System erspare den Landbewohnern den Kauf von Autos und beschränke die Kosten auf die reine Nutzung, ist Pöselt überzeugt. red

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel