Lautertal

Gewerkschaften Früher hatten Arbeitervertreter nur wenige Rechte

Streiks waren verboten

Archivartikel

Lautertal/Lindenfels.„Ein Streik ist eine vorübergehende Verweigerung der Arbeitsleistung einer verhältnismäßig großen Zahl von Arbeitnehmern, um ein gemeinsames Ziel im Rahmen ihrer Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse zu erreichen.“ So formuliert es das Internet-Lexikon Wikipedia. „Deren kollektive Arbeitsniederlegung verletzt nicht ihre Arbeitspflicht, da für die Dauer des Streiks das Beschäftigungsverhältnis als suspendiert gilt.“

Streiks sollen demnach die Arbeitgeber dazu bewegen, Forderungen der Gewerkschaften durch Abschluss eines Tarifvertrages zu erfüllen. Eine wirkungsvolle Durchsetzung ihrer Interessen sei den Gewerkschaften nur dann möglich, „wenn sie ihren Forderungen durch Streiks Nachdruck verleihen können“.

Streiks waren in der Gründerzeit – also Ende des 19. Jahrhunderts – verboten. Trotzdem gab es immer mehr Arbeitskämpfe zur Durchsetzung höherer Löhne und besserer Arbeitsbedingungen. Als staatliche Gegenreaktion wurden mit dem Sozialistengesetz von 1878 Arbeiterparteien und Gewerkschaften verboten, Arbeiterführer ausgewiesen. Erst mit seinem Auslaufen 1890 bildeten sich langsam auch im Lautertal Gliederungen der SPD (1903) und der Steinarbeitergewerkschaft (1905).

Eine Aussperrung ist die Freistellung von Arbeitnehmern von der Arbeitspflicht durch die Arbeitgeber in einem Arbeitskampf – ohne Fortzahlung des Arbeitslohnes. Nach Wikipedia ist dies eine Antwort der Arbeitgeberseite auf einen Streik und soll die Kosten für die Gewerkschaften erhöhen, da diese mehr Streikgeld bezahlen müssen.

1910 hatten Aussperrungen in Deutschland ihre Hochzeit. Sie wurde damals 1100 Mal praktiziert. Später und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg machten die Arbeitgeber davon nur noch vereinzelt Gebrauch. he

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