Lautertal

Tierhalter schauen neidisch nach Baden-Württemberg

Archivartikel

Im Zusammenhang mit dem Tod dreier von einem Wolf gerissener Schafen in Lautern wird von Tierhaltern die geringe Unterstützung in Hessen bemängelt. Dass es auch anders geht, berichtete Schafzüchter Erhard Schmidt aus Lautern. Nach einem Bericht in einer Fachzeitschrift unterstütze das baden-württembergische Umweltministerium die Nutztierhalter beim Schutz ihrer Herden vor Wolfsangriffen besser.

So sei mit einer Änderung der Landschaftspflegerichtline in der „Förderkulisse Wolfsprävention“ eine volle Übernahme der Kosten für Zäune samt Zubehör sowie der Arbeitskosten für die Errichtung neuer und für die Nachrüstung bestehender Zäune festgelegt worden. Dasselbe gelte für die Kosten für eine wolfabweisende Sicherung von Offenställen.

Wie das Magazin weiter berichtet, werde das Land beim Neubau eines wolfabweisenden Litzenzaunes die Hälfte der Arbeitskosten übernehmen. Bei einer wolfabweisenden Nachrüstung von Festzäunen um Schaf- und Ziegenweiden würden sogar die kompletten Ausgaben erstattet.

Neu sei die Möglichkeit, dass die eigene Arbeitsleistung gefördert werden könne, so Schmidt weiter. So erstatte Baden-Württemberg auch den wolfsbedingten Mehraufwand beim Management auf Naturschutzflächen mit einer Zulage von 100 Euro pro Hektar. An den Unterhaltskosten für Herdenschutzhunde beteilige sich das Land mit insgesamt 1920 Euro pro Hund und Jahr.

Schafe, aber auch Ziegen, sind selbst in schwierigem Gelände einsetzbar, um ein Zuwachsen und Verwildern der offenen Grünfluren zu verhindern. Gerade kleine Nutztierbetriebe können die wegen des in die Region zurückkehrenden Wolfs notwendigen Abwehrmaßnahmen zeitlich und finanziell nicht stemmen. Viele befürchten daher, ihre Tierhaltung aufgeben zu müssen. Die Folge sei, dass die Landschaftspflege aus Steuermitteln finanziert werden müsse. koe

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel