Lautertal

Naturschutz Im Jahr 1972 wurde in Reichenbach ein Feuchtlandgebiet geschaffen / Spuren sind immer noch sichtbar

Tor im Wald erinnert an Umwelt-Aktion

Reichenbach.Ein einsames Tor im Wald oberhalb des ehemaligen Forsthauses bei Reichenbach erinnert an eine großangelegte Aktion aus dem Jahre 1972. Wie in den damals erschienenen Lautertaler Nachrichten zu erfahren ist, waren dort in monatelanger Arbeit die ehemaligen Klein-Teiche von der beim Forstamt Bensheim bestehenden Vogelschutzgruppe zu einem „mustergültigen Feuchtlandgebiet“ umgestaltet worden. Damit sollte ein beispielhaftes Biotop für Amphibien und Reptilien geschaffen werden, das in einer Feierstunde Ende Juli 1972 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Engagierte Forstmitarbeiter

Der damalige Forstdirektor Walter Truschel vom Forstamt Bensheim betonte bei der Begrüßung der Gäste, dass mit der Anlage neben der Bereicherung der Fauna für verschiedene Wassertiere auch der Vogelschutz gefördert werde. Bei der Anlage, für die 4000 DM aufgewendet wurden, wurden 2000 DM in Selbsthilfe durch die Mitarbeiter der Forstverwaltung geleistet.

Forstamtsmann Karl Heinz Buchner, auf dessen Initiative die Maßnahme zurückzuführen ist, erläuterte die Anlage, die aus mehreren, aus der gräflichen Zeit stammenden Teichen entstand. Diese seien jedoch lange Zeit stark vernachlässigt worden. Inmitten der Teiche befindet sich eine Vogelinsel, die vielen Wasservögeln Lebensraum bietet. Wie Buchner mitteilte, zählte er hier bereits 25 verschiedene Vogelarten. Ferner seien Molche, Salamander, Frösche, Kröten, Libellen und verschiedene Fischarten zu finden.

Als Krönung seiner Arbeit erhoffte sich Buchner, dass der Eisvogel hierher kommen möge. Viele Gäste, darunter der damalige Erste Kreisbeigeordnete Franz Hartnagel, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Erwin Fahlbusch, Fachleute von der Forstbehörde, des Naturschutzes, der Vogelschutzverbände und der Schulen lobten die vorbildliche Einrichtung, die ein Schritt zur Erhaltung der Natur in ihrem Urzustand bildet.

Die Teiche trügen auch dazu bei, das Wasser sichtbar zurückzuhalten und den Wasserhaushalt zu verbessern. Die Bläsergruppe des Forstamtes und die Jugendmusikgruppe von Helga Schmitt umrahmten die Feierstunde.

Wie man mit einem Blick durch das noch übrig gebliebene Tor feststellen kann, ist das Ziel, die Natur in ihrem Urzustand zu erhalten, gut gelungen. Diese sähe heute allerdings auch ohne Investitionen, Einzäunung und Einweihungsfeier nicht anders aus. Die Teiche sind verlandet und die Nistkästen teileweise verfallen. koe

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