Lautertal

Entwicklung der Gemeinde Zahlen des Amtes für Bodenmanagements zeigen: Der Anteil an Straßen und Wohnraum ist kleiner als im bundesweiten Schnitt

Viele Äcker, Gärten und Wiesen im Lautertal

Archivartikel

Lautertal.Mehr Wald, aber auch wesentlich mehr Siedlungs- und Verkehrsflächen weist die jüngste Erhebung des Umweltbundesamtes im Vergleich zu einer ähnlichen Auflistung vor rund 85 Jahren auf. Danach hatte Deutschland zu jener Zeit einen Waldanteil von 27,3 Prozent seiner Gesamtfläche. Heute dagegen ist dieser auf 30,6 Prozent angewachsen. Eine entgegengesetzte Entwicklung gab es indes bei den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Während damals auf 61,0 Prozent der Gesamtfläche Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais und Gemüse angebaut, sowie Heu geerntet wurde und Kühe weideten, sind es heute nur noch 51,6 Prozent. Hier scheint eine Verlagerung der Produktion in die großflächigeren Betriebe Osteuropas stattgefunden zu haben.

Reichenbach ist größter Ortsteil

Die freiwerdenden Flächen wurden besonders in Westdeutschland für das Siedlungswesen und den Verkehr genutzt. Während diese vor 85 Jahren nur 6,3 Prozent der Gesamtfläche einnahmen, sind es heute 16,1 Prozent, ein deutliches Zeichen für die zunehmende Bebauung in der Region, besonders im Rhein-Main-Neckar-Gebiet, das ähnlich wie früher das Ruhrgebiet immer mehr erschlossen und bebaut wird. Dies hängt zweifellos nicht nur mit dem Bevölkerungswachstum zusammen, sondern mit dem Mehrverbrauch an Wohn- und Verkehrsfläche jedes Einzelnen.

Während in der genannten Zeit die Bevölkerung in Deutschland „nur“ um 26 Prozent wuchs, erhöhte sich der Flächenverbrauch für Siedlung und Verkehr um das 2,5-fache. Weil die Vergleichszahlen aus 1936 im Gemeindearchiv nicht mehr enthalten sind, können für Lautertal nur die aktuellen Zahlen aus 2020 der bundesdeutschen Entwicklung gegenüber gestellt werden. So gibt das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim eine Geometriefläche der Gemarkung von rund 30,76 Quadratkilometer an. Diese ist nahezu identisch mit der Buchfläche für alle Dörfer.

Den größten Gemarkungsteil stellt der Ortsteil Reichenbach mit rund 8,81 Quadratkilometern. Ihm folgen Beedenkirchen und Wurzelbach mit 4,95, Gadernheim mit 4,59, Elmshausen mit 3,87, Knoden und Breitenwiesen mit 2,02, Raidelbach mit 1,97, Lautern mit 1,64, Staffel mit 1,12, Schannenbach mit 0,95 und Schmal-Beerbach mit 0,83 Quadratkilometern.

Der größte Teil der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt als Ackerland, Grünland oder Gartenland, nämlich 15,38 Quadratkilometer, also exakt 50 Prozent der Gesamtfläche. 11,10 Quadratkilometer sind mit Wald bedeckt. Statistisch unterschieden wird hier nach Laubholz, Nadelholz und Gehölz. Dies macht 36,1 Prozent der Gesamtfläche aus, weniger als nach den Veröffentlichungen bisher angenommen. Im Vergleich zur Erhebung auf Bundesebene machen die Siedlungs- und Verkehrsflächen in Lautertal aber einen geringeren Gesamtanteil aus, nämlich knapp vier Quadratkilometer oder 12,7 Prozent. Damit wird die Gemeinde ihrem Auftrag, als ländliches Gebiet einen Ausgleichsraum für die eng besiedelten städtischen Räume zu schaffen, noch gerecht. Der preisbedingte Druck auf die Häuslebauer, weniger die teuren Möglichkeiten in den Städten und mehr in dem (noch) günstigeren vorderen Odenwald zu nutzen, dürfte aber weiter zunehmen.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel