Lautertal

Volkstrauertag Die Gedenkfeier der Gemeinde Lautertal ist am Sonntag in Beedenkirchen / Aufruf von Pfarrer Reinald Engelbrecht

Viele Opfer des Krieges waren sehr jung

Archivartikel

Beedenkirchen.Wer beim Blick auf die Mahnmale der Kriege die Geburtsjahre und das Todesjahr der gefallenen Männer betrachtet, sollte einmal mit dem Rechnen beginnen. Erschreckenderweise wird dann auffallen, das die Mehrzahl der Männer im besten Alter von knapp 20 bis 40 Jahren waren. Manche waren sogar jünger, einige älter.

Pfarrer Reinald Engelbrecht hat sich mit Zetteln vor das Mahnmal des Zweiten Weltkrieges in Beedenkirchen gestellt und gerechnet. „Wir in Beedenkirchen sind kein Einzelfall“, betonte er. In vielen Ortschaften sei eine ganze Generation von Männern aus den Kriegen nicht heimgekehrt, Freundinnen, Frauen, Kinder und die Eltern warteten teils viele Jahre vergeblich auf ihre Liebsten.

„Diese Menschen haben ihr Leben und Zukunft für eine Ideologie gelassen. Das darf sich nicht wiederholen“, unterstrich Pfarrer Engelbrecht, der mit Sorge auf die Polarisierung in der Politik blickt.

Die einfachen Leute leiden

„Momentan fordern unsere Politiker den Einsatz der Bundeswehr im Pazifik, weil dort die freien Handelswege geschützt werden müssten. Dabei ist es den meisten bewusst, dass es die kurzsichtige und kontraproduktive Sanktionspolitik der westlichen Staaten ist, die den freien Handel bedroht.“ Das schreibt Engelbrecht in einer Ankündigung zum Volkstrauertags-Gottesdienst am Sonntag, 17. November. Der Gottesdienst in Beedenkirchen ist diesmal mit der zentralen Gedenkfeier der Gemeinde Lautertal verbunden.

Die Gedanken am Volkstrauertag sollten nicht nur in die Vergangenheit führen, sondern auch in der Gegenwart verweilen und in die Zukunft blicken. Die Geschichte zeige, „dass es immer die einfachen Menschen sind, die die verheerenden Folgen der Kriege zu ertragen haben“. Wie das Mahnmal in Beedenkirchen demonstriere, seien es die jungen Männer, die die Weltkriege mit ihrem Leben bezahlt und die in ihren Familien und im Ort große Lücken hinterlassen hätten.

„Das ist nicht nur in Beedenkirchen so, sondern auch in anderen Orten und in allen Ländern, die sich an diesem Krieg beteiligt haben“, betont der Pfarrer. „Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.“

Die Gedenkfeier beginnt mit dem Gottesdienst in der Kirche ab 10 Uhr. Bei der anschließenden Kranzniederlegung auf dem Friedhof wird „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader zu hören sein.

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