Lautertal

Umweltschutz Die Reste der Glimmstängel verrotten nicht und enthalten zahlreiche Giftstoffe

Zigarettenkippen sind ein riesiges Problem

Archivartikel

Lautertal.Achtlos weggeworfene Zigarettenkippen sind giftiger Plastikmüll. Immer wieder werden die Reste besonders an Parkplätzen im Freien – zum Beispiel am Parkplatz Sieben Linden bei Raidelbach – und an Supermärkten in großen Mengen illegal entsorgt. In die Landschaft geschnippte Zigarettenkippen sind weltweit das häufigste Abfallprodukt und ein riesiges Sondermüllproblem.

Die Reste von bis zu zwei Dritteln der weltweit rund 5,6 Billionen gequalmten Zigaretten pro Jahr werden auf den Boden geschmissen. So verschmutzen zwischen 340 000 und 680 000 Tonnen Kippen im Jahr die Umwelt. Das ist ein gigantischer Berg von giftigem Sondermüll.

Zigarettenkippen sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sie stinken auch. In den Stummeln sind 7000 Gifte nachzuweisen, darunter Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Aufgelöst in einem Liter Wasser tötet eine einzige Zigarette nach vier Tagen Fische, wie Forscher der Universität San Diego festgestellt haben. In den Tieren sammeln sich die Gifte an und gelangen so in die Nahrungskette.

Da die Zigarettenfilter aus Kunststoff bestehen, dauert deren Zersetzung Jahrzehnte. Meereslebewesen verwechseln die Kunststoffpartikel mit Nahrung, was zum Tod führen kann.

Herumliegende Zigarettenkippen sind für Kinder besonders auf Spielplätzen eine Gefahr: In Berlin wird jedes Jahr über 250 Mal der Giftnotruf alarmiert wegen Vergiftungen bei Kindern nach dem Verschlucken von ganzen Zigaretten oder Kippen. Nikotin ist laut der Umweltorganisation WWF nach Medikamenten die häufigste Ursache einer Vergiftung im Kleinkindalter. koe

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