Lautertal

Zweimal schön, aber giftig: Fingerhut und Tollkirsche

Archivartikel

Lautertal.Bis zu zwei Meter hoch werden kann der Rote Fingerhut (Digitalis Purpurea), der in den Bergwäldern in ganz West- und Mitteleuropa vorkommt. Gerne siedelt er sich auf Kahlschlägen an.

Bei aller Schönheit muss man jedoch beachten, dass der Rote Fingerhut eine der stärksten Giftpflanzen in unserer Region ist. In der Medizin werden Wirkstoffe aus der Pflanze als klassisches Herzmittel verwendet.

Unscheinbarer ist die Tollkirsche (Atropa Belladonna), die eine tödlich giftige, bis zu eineinhalb Meter große Pflanze ist. Auch sie bevorzugt lichte Waldstellen. Besonders für Kinder gefährlich sind die schwarzen Früchte. Schon wenige Beeren sind für Kinder tödlich. Selbst wenn Vögel Tollkirschen fressen, ohne Schaden zu nehmen, darf das nicht über die Giftigkeit für den Menschen hinwegtäuschen. Auch diese Pflanze wird in der Medizin vielfältig verwendet. Vor allem vom Augenarzt kennen viele das Tropfen der Augen mit Atropin.

Bei Vergiftungserscheinungen – etwa große, geweitete Pupillen – muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Der lateinische Name „Belladonna“ („schöne Frau“) stammt aus dem Mittelalter. Damals verwendeten Frauen die Tollkirsche in niedriger Dosierung, um geweitete Pupillen zu erhalten, was als schön galt. Eine größere Menge der Pflanze ruft Rausch- und Wahnzustände hervor – daher der Name Tollkirsche – und wurde früher zur Bestätigung eines Hexenverdachts verabreicht. koe/Bilder: koe

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel