Leserbrief

Riedwiese

Am Ende zieht sich die Stadt aus der Verantwortung

Leserforum „Stadt hätte eine Planungssperre erlassen können“, BA vom 26. Juni

Der Leserbrief gibt mir hinsichtlich der Planungen an der Riedwiese zu denken. In dem Leserbrief wird ausgeführt, dass das Bauvorhaben in der Bensheimer Kalkgasse wegen seiner Größe nicht von der Stadt, sondern vom Kreis zu verantworten sei.

Das RP ist zuständig

Gleiches wird möglicherweise die Verwaltung sagen, wenn an der Riedwiese eine Recyclinganlage in Betrieb gehen sollte. Schließlich sei es die MEGB gewesen, die das Gewerbegebiet an die Firma Blechschmitt verkauft habe und für Verstöße gegen Emissionsauflagen sei nicht die Stadt, sondern das Regierungspräsidium in Darmstadt zuständig.

Trotz der zweimaligen Ablehnung im Ortsbeirat Bensheim-West und der Kritik der eigens gegründeten Bürgerinitiative gegen das Gewerbegebiet stimmen CDU, GLB, AfD und mehrheitlich BfB und SPD der Verwaltungsvorlage für die komplette Umwandlung des Geländes in ein Gewerbegebiet in der Stadtverordnetenversammlung zu und bieten der Fa. Blechschmitt die Möglichkeit, sich dort auch mit einer Recyclinganlage anzusiedeln.

Votum des Ortbeirats nichts wert?

Was ist das Votum des Ortsbeirates eigentlich wert, wenn es in so ignoranter Weise missachtet wird?

Auch wenn Herr Götz von der GLB den Flächenverbrauch als schmerzhaft bezeichnet so frage ich mich, wann und wo ist die Grenze des Flächenverbrauchs erreicht. Müssen erst Bensheim, Heppenheim Lorsch und Einhausen zu einer Großstadt zusammengewachsen sein?

Ich vermisse ein städtebauliches Konzept, das die Grenzen der Bebauung aufzeigt. Wie viel zusätzliches Gewerbe und in Folge Wohnungen, Kitas, Straßen benötigen wir, um mit den Steuereinnahmen die Schulden der Stadt nicht weiter wachsen zu lassen?

Bürgernähe und Respekt

Bereits bei der anstehenden Landtagswahl, spätestens zum Zeitpunkt der nächsten Kommunalwahl, wenn das Ausmaß des Gewerbegebietes an der Riedwiese und seine Folgewirkung erkennbar sind, werden die heutigen Koalitionäre von CDU, GLB und BfB das Wahlergebnis auch unter dem Gesichtspunkt ihrer Bürgernähe und ihrem Respekt vor dem Willen der Bürger analysieren müssen.

Alois Hillenbrand

Bensheim

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