Leserbrief

Verkehr

Anliegerstraßen – eine teure Beruhigungspille

„Mitte August rücken die Bagger an“, BA vom 29. Juli

Laut Bericht über die Erschließung des ehemaligen EKZ-Areals beabsichtigt Bürgermeister Rolf Richter, dass die Straßen Bildstock, Nahe- und Rheinstraße als Anliegerstraßen ausgewiesen werden sollen. Was für die betroffenen Anwohner toll klingt, hat aber hauptsächlich Vorteile für die Stadt.

Durch das Aufstellen weniger Schilder kann sich die Stadt von erheblichen Kosten für die Straßensanierung befreien und diese auf die Anlieger verlagern. Denn bei reinen Anliegerstraßen müssen die Anlieger einen höheren Anteil der Kosten bezahlen als bei Durchgangsstraßen (meinem Kenntnisstand nach ist die Sanierung der Rheinstraße bereits geplant).

Die Wahrheit für die Anlieger ist, dass man es einem Auto nicht ansehen kann, ob der Fahrer ein berechtigtes Anliegen in der Anliegerstraße hat – womit sich ein entsprechendes Einfahrverbot auch nicht wirkungsvoll kontrollieren und sanktionieren lässt. Eine Umwidmung der Straße ohne bauliche Entschleunigungsmaßnahmen würde deshalb den Durchgangsverkehr nicht verhindern und wäre somit nur eine Beruhigungspille der Stadt, die die Anwohner teuer zu stehen kommen könnte.

Annette Pitz

Bensheim

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel