Leserbrief

Freiburger Urteil

Auch Verteidiger sind doch dem Gesetz verpflichtet

„Elf Täter in Freiburg verurteilt“, BA vom Freitag, 24. Juli

Der letzte Satz dieses Artikels („Die Verteidiger hatten überwiegend Freisprüche für ihre Mandanten gefordert“) wirft für mich eine Frage auf. Stehen die Verteidiger nicht in der Pflicht, dem Gesetz zu dienen? Wenn die jungen Männer keine Täter waren, dann haben sie trotzdem eine Schuld – nämlich die, nicht geholfen zu haben. „Unterlassene Hilfeleistung“ ist wohl die genaue Bezeichnung. Wenn Verteidiger ihre Aufgabe darin sehen, Tätern und Menschen, die kriminelle Taten zulassen, Straffreiheit zu erkämpfen, dann ist dies nicht nur eine moralische Ungeheuerlichkeit, sondern eine Absurdität, die wohl nicht im Sinne einer Gesetzgebung ist. Gesetze sind dafür gemacht, dass sie ein gutes soziales Miteinander gewährleisten, nicht aber, dass Schlupflöcher gefunden werden, um Kriminelle straffrei ausgehen zu lassen. Ich würde mir wünschen, dass Verteidiger in Abwägung der Schuld ihre Forderungen nach Strafen stellen.

Marion Dingeldey

Bensheim

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