Leserbrief

Marktplatz

Auf eine günstige Lösung zu setzen, ist zu kurz gedacht

Nachdem man in der letzten Zeit Artikel und Leserbriefe, besonders aus der Richtung BI, lesen konnte, möchte man doch auch einmal die andere Sichtweise zu Wort kommen lassen.

Fakt ist, die BI hat eine Frist zur Einreichung einer Unterschriftenliste verstreichen lassen. Die Aussage, dass die BI genügend Unterschriften gesammelt hätte, wenn die Coronabeschränkungen nicht gewesen wäre, muss man in Frage stellen. Zumal in der Beschränkungszeit Unterschriften gesammelt wurden, nicht in der Quantität, wie es durch Infostände wäre möglich gewesen, aber immerhin.

Fakt ist auch, dass keine Unterschriftenliste an die Stadt gegeben wurde. So sind ein großes Fragezeichen und ein Informationsloch entstanden. Also nach jetzigen Stand hat die BI „nichts“ geliefert.

Den optimalen Entwurf finden

Zum Inhalt: Es soll von einem städtebaulichen Wettbewerb zu einem Ideenwettbewerb umgeschwenkt werden. Was heißt das? Im Bereich der Architektur, des Städtebaus und der Landschaftsarchitektur werden Wettbewerbe veranstaltet, wenn für eine anstehende konkrete Planungsaufgabe oder für eine generelle Ideenfindung der optimale Entwurf gefunden werden soll.

Da es trotz teils präziser Vorgaben, wie durch ein Raumprogramm und städtebauliche Vorgaben, immer noch viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ein Bauwerk zu strukturieren, zu konstruieren und zu gestalten oder eine städtebauliche Planung zu entwickeln, versucht man durch die Planung von Alternativen die beste Lösung zu finden.

Öfter wird dieser Wettbewerb dann in zwei Phasen unterteilt, bei dem in einer ersten (offenen) Phase skizzenhafte Konzepte in reduziertem Umfang eingereicht werden, anhand derer dann Teilnehmer für die weitere Wettbewerbsbearbeitung in der zweiten, nichtoffenen Phase ausgewählt werden.

Das heißt: Im Grunde ist nach der Phase eins alles immer noch ergebnisoffen. Man geht also noch einen Schritt zurück, investiert Geld und um es mit Goethe zu sagen: „Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!“

Kompromiss gefragt

Auch die BI ist hier innerlich unterschiedlicher Meinung: Die einen möchten gar nichts oder eine Freitreppe (bleibt die Frage des benötigten Toilettenhäuschens?), die anderen eine Bebauung von Pavillon (Erdgeschoss) bis drei Vollgeschosse (welches aber mit Blick auf den Schorschblick unrealisierbar ist).

Hier muss man der SPD recht geben und sich im Kompromiss wiederfinden. Hier muss man anerkennen, dass die örtliche SPD kein Steigbügelhalter war und ist, sondern den Bürgermeister samt CDU und damaliger Koalition aus Grüne und BfB, die einzig sinnvolle Maßnahme vertreten hat, die den Spagat bildet zwischen Belebung der Innenstadt, Schorschblick und Gestaltung des Marktplatzes und deren Nutzung.

Auch wenn die Verschuldung und die Neuaufnahme von Krediten in Zeiten der Corona-Krise steigt, und die Nachwirkungen werden wir noch Jahre bis Jahrzehnte spüren und zu tragen haben, ist es hier sehr kurzfristig gedacht, wenn man hier dann auf eine wohl kostengünstigste Lösung pocht, also „nichts“ auf dem Marktplatz entstehen und es so über Jahre zu lassen.

Alle müssen die Rechnung zahlen

Allen wird man es nie recht machen können. Und wer am lautesten schreit, hat nicht immer recht. Das Bürgernetzwerk zum Beispiel hat eine gute Arbeit geleistet, die uns in der Stadt weiterbringt. Es bleibt spannend, aber eines ist noch zu sagen: Wir alle werden die Rechnung zahlen müssen.

Tom Sauer

Bensheim

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