Leserbrief

Verkehr Vogelschutzgebiet wäre von Rodung betroffen

Bei geplanter ICE-Trasse den Naturschutz nicht vergessen

Bensheim.Zur Diskussion um die geplante ICE-Trasse und die im Stadtparlament – bei Enthaltung der GLB – beschlossene Resolution für die sogenannte Konsenstrasse mit einem bergmännischen Tunnel nördlich von Langwaden parallel zur A 67 nimmt Robert Loreth, Mitglied im Ortsbeirat Langwaden, Stellung. „Die GLB setzt sich für Lärmschutz ein, es würde schon reichen, wenn sie sich für Naturschutz stark machen würde“, schreibt Loreth.

Die Bahn habe nicht entschieden, dass die Trasse an der A 67 geführt werde, wie die Grünen in einer Stellungnahme geschrieben haben, sondern eine Vorzugsvariante ausgewählt. Theoretisch sei noch jede andere Variante denkbar, endgültig entschieden werde an anderer Stelle. Weiter heißt es: „Hätte die Bahn 2003 ihr Raumordnungsverfahren nicht zurückgezogen, dann würden heute schon die Züge rollen.“

„Es wird keinen ausreichenden Lärmschutz im Bereich von Langwaden geben“, betont Loreth. Die Bahn selbst habe in einem Beteiligungsforum dargelegt, dass einige Gebäude mit Schallschutz versehen werden müssen. „Der Schall, den die Bürger in Langwaden, insbesondere nachts durch Güterverkehr, aushalten müssen wird hoch, dagegen ist das Geräusch einer Steinbrecheranlage in den Riedwiesen ein Säuseln im Wind“, heißt es weiter. Langwaden habe im Vergleich aller oberirdischen Streckenvarianten immer die höchste Schallbelastung.

Zum Thema Naturschutz: Nach Angabe der Bahn würden im Gernsheimer und Jägersburger Wald mehr als 90 Hektar gerodet, das entspricht rund 130 Fußballfeldern. Zum Vergleich: Beim Bau der A 49 durch den Dannenröder Forst gehe es um „nur“ 27 Hektar Wald. Der Forst zwischen Allmendfeld und Einhausen ist Vogelschutzgebiet und der größte Teil Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet. „Das alleine sollte schon Grund genug sein, ihn in Ruhe zu lassen“, so Loreth. Der „Bergsträßer Konsens“ fordere hier einen langen, bergmännischen, Tunnel. „Ich meine, dieser Forderung kann sich eine Umweltschutzpartei nicht verschließen.“

Falls die Tunnellösung nicht umgesetzt würde, hätte dies weitreichende Klagen zur Folge, bis zur europäische Ebene. Am Ende würde mit großem Zeitverzug die deutlich naturverträglichere Streckenvariante entlang der A5 stehen. „Vielleicht will die GLB genau dies erreichen“, fragt Loreth abschließend. red

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