Leserbrief

Geldpolitik

Bei Helikoptergeld denke ich an Entenhausen

"Wirft die EZB Geld aus dem Helikopter ab?", Bergsträßer Anzeiger vom Dienstag, 22. März

Ich erfahre, dass es unter den Experten sehr unterschiedliche Ansichten über den Sinn oder Unsinn des "Helikoptergeldes" - also geschenktes Geld für alle - und die Möglichkeit seiner Umsetzung gibt. Allerdings halte ich es schon für erstaunlich, welche Ideen Notenbanker und deren Volkswirte bezüglich des sogenannten "scheuen Rehs" Geld entwickeln und diskutieren. Immerhin hält der Präsident der Bundesbank eine solche Entscheidung für "hochpolitisch". Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank hält die Helikoptergeld-Idee sogar für Quatsch.

Als ich weiterhin las, dass es bisher keinen Einsatz von Helikoptergeld gab, fiel mir ein, dass es vor mehr als 50 Jahren einen vergleichbaren Fall in Entenhausen gab: Zu Beginn seiner Karriere als reichster Mann der Welt lagerte Dagobert Duck sein Bargeld noch in riesigen, oben offenen Speichern. Als ein schwerer Wirbelsturm über Dagoberts Speicher zog, saugte die Windhose das gesamte Geld aus den Speichern und verteilte es über das Land, das heißt es gab Bargeld für alle. Der zumindest kurzfristige Erfolg dieses Geldsegens war, dass die Menschen über genügend Geld verfügten und deshalb nicht mehr arbeiten wollten beziehungsweise mussten. Als Folge der verringerten Produktion stiegen allerdings die Preise - zum Beispiel für Nahrungsmittel - stark an, was den Wert des Geldsegens erheblich reduzierte.

Erhard Broszio

Bensheim

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