Leserbrief

Innenstadt

Belebung durch günstigere Fahrten mit dem ÖPNV

Pauschale für die Tiefgarage wird geprüft, BA vom 9. November

Aus meiner Sicht als nicht motorisierter Mobilitätsteilnehmer, der die Dringlichkeit der Verkehrswende im Blick hat, passen der Beschluss und die dazu angestellten Überlegungen in der Stadtverordnetenversammlung nicht zu den im Interesse des Klimaschutzes zu setzenden Prioritäten.

Während man sich für den Klimaschutz wirksame Beschlüsse zu der dazu unentbehrlichen Verkehrswende (weniger Kfz, mehr ÖPNV, Fußgänger und Radverkehr) erwartet, beschließt unsere Stadtverordnetenversammlung, Autofahren in die Innenstadt durch günstigere Parkgebühren attraktiver machen zu wollen.

Auf eine Steigerung der Attraktivität des ÖPNV durch günstigere Fahrpreise wartet man indessen bisher vergeblich. Ein Auto soll für 4,50 Euro stundenlang parken können, während ein Fahrgast des Omnibusses in die Stadt hin und zurück für die kürzeste Entfernung, auch wenn sie . nur ein bis zwei Kilometer beträgt, 4,20 Euro, eine Fünfergruppe (entsprechend einer üblichen Pkw-Besetzung) immer noch 19 Euro bezahlen muss.

Das Bemühen der Grünen um Reduzierung des Kfz-Verkehrs wird seitens des Stadtverordneten der FDP indessen mit dem (Kampf-)Begriff „Kampf gegen das Auto“ belegt und dies zum Problem der Grünen erklärt.

Nicht der „Kampf gegen das Auto“ ist das Problem, sondern der in den Innenstädten wie auch in Bensheim ungezügelt wachsende Kfz-Verkehr, der zur Zunahme von Kohlendioxid und Luftschadstoffen führt. Es ist eben nicht egal, auf welchem Wege man in die Innenstadt kommt, um diese zu beleben.

Attraktiver und lebenswerter

Weniger Autos in den Innenstädten machen diese attraktiver und lebenswerter. Mit Bahn, Bus, Linientaxi, Fahrrad oder zu Fuß zu kommen, trägt dazu bei. Viel dringender als die Senkung der Parkgebühren ist es also, die Fahrt in die Stadt mit dem ÖPNV durch günstigere Fahrpreise attraktiver zu machen: Mindestens die Preisstufe 0 (VRN) für das Stadtgebiet Bensheim, wie sie in vergleichbaren Städten auch angewendet wird, ein günstigeres Cityticket, wie in Großstädten, Kurzstreckentarife oder am besten den Nulltarif.

Kläglich wäre es allerdings, wenn unter Verweis auf eine Ebbe in der Stadtkasse diese Maßnahmen abgelehnt würden, während reduzierte Parkgebühren, die vielleicht nicht einmal kostendeckend sind, zu dieser Ebbe beigetragen hätten.

Klaus Lemmes

Bensheim

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