Leserbrief

Amtsgericht

Beschneidung von Mädchen ist verboten

„Richter muss den Angeklagten stoppen“, BA vom 25. Juni

In dem Artikel geht es um eine unsachgemäße Beschneidung mehrerer Kleinkinder in einer Lorscher Flüchtlingsunterkunft, die von einem Mann durchgeführt wurde, der sich als Arzt ausgegeben hatte. Dieser Tatbestand steht nun zur Anklage vor dem Bensheimer Amtsgericht.

Die Kinderärztin, die den Fall ins Rollen gebracht hatte, schickte laut Pressebericht die Eltern eines betroffenen Kindes zu einem Kinderchirurgen und riet dabei den Eltern, „die noch anstehende, rituelle Prozedur’ an der sieben Jahre alten Tochter zu verweigern“. Der Bericht spricht von der juristischen Unkenntnis der Eltern, suggeriert aber gleichzeitig, dass eine Beschneidung von Mädchen nur deshalb illegal sei, wenn das Kind bereits sieben Jahre alt ist.

Alter spielt keine Rolle

Richtig ist jedoch, dass eine Beschneidung von weiblichen Kindern, egal welchen Alters, in Deutschland grundsätzlich verboten ist und seit September 2013 unter Artikel Paragraf 226a des Strafgesetzbuches mit bis zu fünf Jahren geahndet wird. Diese Tatsache hätte im Pressebericht deutlich gemacht werden müssen.

Sibylle Römer

Lorsch

Ehrenamtliche Mitarbeiterin

Ökumenische Flüchtlingshilfe

Lorsch und Frauenhaus Bens-

heim

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