Leserbrief

„Nachteule“

Busse waren hoffnungslos überfüllt

Nachdem ich die drei Berichte über die „Nachteule“ beim Winzerfest gelesen habe, möchte ich ein Problem ansprechen, das bisher leider nicht erwähnt wurde. In den Berichten ging es nur um die ausgefallenen Fahrten. Darüber, dass die Kapazität der Busse oft nicht an den Bedarf angepasst ist, erfährt man leider nichts. Meine persönlichen Erfahrungen beziehen sich auf die Linie 665 Lindenfels – Bensheim.

Schon die Hinfahrt am Freitag- und Samstagabend ist spätestens ab Reichenbach ein Glücksspiel. Bekommt man noch einen Platz oder fährt der total überfüllte Bus vorbei? Im Freundeskreis haben wir (noch spaßeshalber) überlegt, vielleicht nächstes Jahr mit dem Auto nach Gadernheim zu fahren, um sicher einen Busplatz zu ergattern. Wer es also mit dem Bus aufs Winzerfest geschafft hat, möchte meistens auch gerne wieder mit dem Bus zurück. Ab jetzt ist leider nichts mehr lustig.

Freitag, 1.10 Uhr am Bahnhof: Habe gerade noch in den Bus gepasst, Ordner lassen keinen mehr rein. Haltestelle Ritterplatz (ohne Ordner): Busfahrer quetscht noch ein paar Passagiere dazu. Haltestelle Platanenallee: Bus fährt an mindestens 15 bis 20 Personen vorbei.

Samstag, 0.10 Uhr am Bahnhof: Bus fährt um 0.05 Uhr total überfüllt los, wir (fünf Personen) und einige andere stehen da. Kein Taxi für fünf zu bekommen. Lassen uns von zwei privaten Autos abholen.

Noch ärgerlich dazu: Drei von uns hatten eine gemeinsame Tageskarte für Hin- und Rückfahrt. Die Kosten für die nicht erfolgte Rückfahrt bekommen wir laut VGG nicht erstattet – wir hätten ja noch den Bus um 1.10 Uhr oder 2.10 Uhr nehmen können . . .

Eine Zumutung

Wegen der zu wenigen Busse werde ich an die Stadt Bensheim verwiesen. Auch der Verkehrsverein verweist mich an einen Zuständigen bei der Stadt. Dort bekomme ich leider niemanden ans Telefon.

Somit konnte ich auch dieses Jahr (genau wie letztes Jahr) nicht herausfinden, wer entscheidet, dass Busse fahren und – noch viel wichtiger – wie viele Busse fahren. Meiner Meinung nach kann es nur im Interesse des Verkehrsvereins sein, dass die „Nachteule“ wie im Winzerfest-Flyer beschrieben, ein Service ist – und nicht wie zurzeit auf der Linie 665 eine Zumutung.

Ich hoffe sehr, dass ich beim nächsten Winzerfest mit dem Bus hin- und auch wieder zurückfahren und mich auf den „Service Nachteule“ verlassen kann.

Alexandra Morawietz

Reichenbach

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