Leserbrief

Klimaschutz

Das Argument „Geht nicht!“ gilt nicht mehr

Beim nächsten Mal sind wir schlauer.“ Das gilt aber nicht erst bei der nächsten Pandemie, der nächste Ernstfall ist schon da: der Klimawandel. Der wird nicht, wie die Corona-Epidemie und selbst die Asiatische Grippe, nach ein paar Jahren vorüber sein. Der dauert Jahrhunderte. Zum Glück ist noch Zeit, das Ärgste zu verhindern. Wir kennen die Arznei, die uns helfen kann. Und diesmal sind es nicht die Jungen, die wegen mangelnder Lebenserfahrung sich nicht vorstellen können, was auf uns zukommt.

Wir alle könnten wissen, was zu tun ist: Rechtzeitig handeln, die Ursachen bekämpfen und das Tempo der Entwicklung abbremsen. Die konkreten Forderungen werden diesmal nicht auf den Straßen vorgetragen, sondern fast nur über die Medien, weil Massendemonstrationen in der gegenwärtigen Situation zu gefährlich sind. Aber sie sind auch schon bekannt:

Nettonull 2035 erreichen.

Kohleausstieg bis 2030.

100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035.

Dafür sind sofort nötig:

Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger.

Ein Viertel der Kohlekraftwerke abschalten.

Eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen.

Das Argument „Das geht nicht“ gilt nicht. Was 2017 noch unmöglich schien, das war, als der Virus kam, plötzlich doch möglich: das Erreichen der deutschen Klimaziele für 2020. Wir sollten nicht warten, bis es uns aufgezwungen wird, dann wird alles viel teurer.

Jetzt gilt es zu handeln, auch wenn keine Schüler auf den Straßen sind. Die schwänzen keine Schule, die dürfen plötzlich gar nicht in die Schule. Die Coronakrise hat gezeigt, was alles möglich ist, auch wenn es unmöglich schien oder gar verboten war. Noch haben wir eine Chance.

Walter Böhme

Peter Lotz

Bensheim

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