Leserbrief

Klimawandel

Das Ende des ungebremsten Fortschritts

Schon vor über hundert Jahren sagte ein alter Häuptling der Mic Macs, eines Indianerstammes im Nordosten Kanadas, am Beispiel seines Volkes auch den Untergang des Weißen Mannes voraus: „Sie kamen in unser Land. Sie vergifteten mit ihren Abwässern unsere Seen und Flüsse. Sie sprachen in einer für uns fremden Sprache. Sie rotteten das für unser Überleben wichtige Wild, die Bisons, aus, sie setzten Kopfgelder für die Ermordung unseres Volkes aus. Sie verbannten uns in trostlose, abgelegene Reservate, trieben Raubbau mit unseren Wäldern, nur mit dem letzten Baum, den sie abhacken werden, ist auch ihre Lebensgrundlage endlich.“ Seine Voraussagen begleiten uns täglich.

Naturschutz gegen Fortschritt

60 000 Quadratmeter Fläche, das entspricht 84 Sportplätzen, werden jeden Tag dem Fortschritt geopfert. Rücksichtslos werden neue Wohn- und Industriegebiete erschlossen. In Übereinstimmung mit den Regierungsparteien wurde das Gesetz zum Landschaftsschutz aufgehoben. Nutznießer sind Stadtverwaltungen und hauptsächlich gewissenlose Investoren. Die Folge: Immer mehr Verkehrswege zerstückeln unsere Landschaften, unsere einstmals intakte Natur. Frischluftkorridore, Wasserschutzgebiete, verhindern doch nur den Fortschritt.

Einst wohlhabende Städte sind durch die Gier der Planer heruntergewirtschaftet. Siehe Bensheim. Als Folge: Immer mehr und höhere Steuern werden den Bürgern aufgebürdet. Beamte und Abgeordnete werden durch die Hessische Gemeindeordnung bei ihrem Handeln geschützt und können nicht belangt werden. Die Mehrheit dieser Leute ist gleichgültig und nur auf ihr eigenes Wohl bedacht. Noch nicht einmal am Rande interessiert das Klima. Internationale Klimakonferenzen sind ein Schaulaufen der Politiker; so bei einer Konferenz in Polen. Die größten Umweltsünder mit Amerika an der Spitze, waren nicht erschienen. Große Reden schwang der Rest der Staaten (ohne einen sichtbaren Erfolg). Bestimmend sind das Kapital und die Industrie. Taktgeber sind Chemie und Auto-Industrie. CO2- Feinstaub scheint eben Teil unserer Industrie-Kultur. Kann man doch vernachlässigen.

Sie werden weiter probieren

Die Lösung dieser Kleinigkeiten: Ausbau der Fernverkehrsstraßen, neue Bahnstrecken für den Güterverkehr. Einige Jahre zuvor hatte man die meisten Güterbahnhöfe verkauft. Der Schwerlastverkehr sollte über unser Straßensystem abgewickelt werden. Läppische 800 Millionen Euro sollen die Lösung dieses Problems sein. Nur all diesen Gelehrten ist seit Jahren keine Lösung dieser Probleme gelungen. Sie werden weiter probieren. Verantworten müssen sie ihre Unfähigkeiten ja nicht.

Werden sich die Weissagungen des alten Indianers bewahrheiten?

Ilse und Willi Heil

Bensheim

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