Leserbrief

Haus am Markt

Das Geld besser in die Fachwerkhäuser investieren

„Was sprich gegen einen Abriss ohne Neubau?“, Leserforum vom 25. Juni

Der Leserbriefschreiber spricht mir und sicherlich auch vielen anderen Bensheimern aus dem Herzen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Abriss und Neubau reine Steuerverschwendung sind. Da aber unsere Stadtoberen und allen voran Bürgermeister Rolf Richter auf so hohem Ross sitzen und die Meinung und Interessen vieler Bürger in keiner Weise interessieren, wurde das Haus nun (fast) dem Erdboden gleich gemacht. Daran lässt sich jetzt nichts mehr ändern.

Mit einem Abriss ohne Neubau (und diese Option hat die Stadt ganz sicher noch) könnte ich mich durchaus anfreunden, da sich daraus ein durchaus ansprechender Anblick des Marktplatzes auftut. Der geplante neoklassizistische Neubau passt in keiner Weise auf den Marktplatz, das Café Extrablatt ist meines Erachtens eine Totgeburt. Lohnt sich das Café finanziell nicht (was ich befürchte), wird die Geschäftsleitung die Reißleine ziehen – und die Bensheimer haben wieder einen Leerstand mehr.

Nicht über den Tisch ziehen lassen

Würde man das Geld für den Neubau (und mit deutlich über sechs Millionen Euro kommt man garantiert nicht aus) in das Fachwerkensemble auf der linken Seite des Marktplatzes investieren und das Café Extrablatt dort einziehen, wäre das die mit Sicherheit beste Lösung und das Geld sinnvoller investiert. Ich schränke ein, dass der zuletzt genannte Verkaufspreis von 2,9 Millionen ganz bestimmt zu hoch ist und die Stadt sich hier nicht abzocken lassen sollte.

Nehmen wir einen theoretischen Kaufpreis von maximal zwei Millionen an, weitere zwei bis drei Millionen für die grundlegende Sanierung, wäre das wohl immer noch deutlich billiger als der geplante Neubau. Im Erdgeschoss Gastronomie mit Außenbewirtschaftung, eventuell auch noch im ersten Stock, der Rest für Büros, Arztpraxen oder auch Hospiz und Familienzentrum.

Appell an die Entscheider

Ich bin ziemlich sicher, dass das den Marktplatz eher belebt (weil Gastronomie mitten im Herzen und nicht am oberen Ende des Marktplatzes) als das äußerst optimistische Konzept der Stadt. Im Übrigen wäre wohl auch im Kaufhaus Krämer Platz für Hospiz und/oder Familienzentrum.

Mein Appell richtet sich an den Bürgermeister, den Magistrat, die Stadtverordnetenversammlung sowie alle Bensheimer Parteien, den Plan zur Belebung des Marktplatzes (inklusive Neubau) zu überdenken und die Meinung vieler Bensheimer einzubeziehen. Alle Verantwortlichen wurden von den Bürgern gewählt, um für diese zu handeln, nicht gegen die sie.

Peter Franke

Bensheim

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