Leserbrief

Friedensmal

Denkmal gegen den Ego-Wahn

Leserbrief "Braucht Frieden so viel Platz, Geld und Pomp", BA vom 27. Oktober

Das Friedensmal ist komplett privat finanziert und hat einen Bruchteil dessen gekostet, was ein Privatmann bezahlen würde, um sich ein Haus nur für sich selbst zu bauen. Die günstigen Kosten liegen daran, dass der überwiegende Teil der Arbeit ehrenamtlich geleistet wurde. "Pomp" ist glaube ich etwas anderes. Bei so viel Engagement müssen ein paar Leute einen tieferen Sinn darin gesehen haben als der Schreiber des Leserbriefes vom 27. Oktober. Wir erhielten keinerlei Unterstützung vom Staat, sondern haben im Gegenteil rund 50 000 Euro an Steuern an den Staat für den Bau des Friedensmals bezahlt. Dieses Geld könnte der Staat nun sogar fürs sonstige Allgemeinwohl verwenden.

Der Bauherr wird für ein schönes Haus bewundert, das er sich selbst gebaut hat. Da beklagt sich keiner. Das Friedensmal ist für die Allgemeinheit, und da gibt es Klagen. Ich denke, die Gesellschaft ist inzwischen dekadent genug, dass jemand ein Denkmal gegen den Ego-Wahn setzen darf und muss.

Die Bank an der Schleiermachers Ruhe hält übrigens keine 100 Jahre, wie Herr Schäfer sich das vorstellt. Sie würde es schon heute nicht mehr geben, wenn ich sie nicht wieder instand gesetzt hätte, denn sie ist am verfallen, weil sich außer mir bislang keiner dafür interessierte, diese Holzbank zu erhalten. Nur deshalb kann sich Herr Fritz Schäfer heute noch auf die Bank setzen.

Vielleicht sollten sich hier auch mal die freundlichen Menschen melden, die das Friedensmal als sinnvoll erachten. Der Frieden braucht dringend Aufmerksamkeit, und unsere Gesellschaft, die etwas fröhlicher sein könnte, braucht schöne stille Feste auch mit bunt gewandeten Gestalten, die Menschen in die Natur führen und sie aus dem blinden Alltagstrott bringen. Nein, die Natur ist nicht friedlich - so wenig wie der Mensch es von Natur aus ist -, und das Haus des Bauherren ist auch auf ehemals unberührter Natur entstanden.

Vereinsmitglied musste bei uns auch noch nie jemand werden, um sich für die Sache zu engagieren.

Thomas Zieringer

Bensheim

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