Leserbrief

Innenstadtentwicklung

Denkpause auch beim Bürgerhaus einlegen

Endlich hat die Stadt Bensheim eine vernünftige Entscheidung zum Haus am Markt mit dem Beschluss zu einer Denkpause getroffen (Warum nicht vor dem Abbruch des Hauses am Markt?).

Nun stellt sich die Frage, ob man nicht auch beim Bürgerhaus eine Denkpause einlegen und den Bürgerwillen einbeziehen müsste, zumal die Kosten inzwischen ins Uferlose steigen. Die Bürger, die sich für den Erhalt des Bürgerhauses eingesetzt haben, sind nicht von Renovierungskosten in Höhe von elf Millionen Euro + X ausgegangen.

Sinnvoll wäre, die Denkpause zu nutzen für das längst fällige Nutzungskonzept, das derzeit von nur 60 von 365 möglichen Belegungstagen im Jahr ausgeht. Rechnen sich hier überhaupt die hohen Investitionen? Ein Bauvorhaben durchzuführen, ohne sich vorher Gedanken über die künftige wirtschaftliche Nutzung und Auslastung zu machen, ist absurd und verantwortungslos. Wie sollen die laufenden Kosten in den nächsten Jahren finanziert werden? Sollen diese von den Bürgern bezahlt werden?

Wir halten ein Nutzungskonzept für das Bürgerhaus für dringend erforderlich. In die Überlegungen müssen unbedingt die unmittelbaren Nachbarareale wie Dalberger Hof, Parktheater, Hoffartgelände und Beauner Platz mit Tiefgarage einbezogen werden. Welche Möglichkeiten das Gesamtareal bietet, hat gerade erst ein studentischer Wettbewerb gezeigt.

Jetzt besteht noch die Chance, dass Stadtspitze und Stadtverordnetenversammlung ihre Entscheidung überprüfen, um ein tragfähiges Nutzungskonzept für das Bürgerhaus zu ergänzen und dann final über Details und vor allem Kosten zum Bürgerhaus entscheiden.

Gerade vor einem jetzt angestoßenen „offenen Dialogprozess“ in Sachen Haus am Markt kämen die Stadtverordneten damit auch bei diesem Großprojekt ihrer politischen Kontrollaufgabe nach und würden den Wählern und Steuerzahlern ihre Verantwortung beweisen.

Frank Gräff, Theo Sartorius,

Lothar Mundt, Susanne Hannak

Bensheim

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