Leserbrief

Kommunalpolitik

Denkpause, um alle Argumente neu zu bewerten

In Bensheim köchelt es schon lange nicht mehr, denn es kocht und brodelt. Muss man nochmals die vielen Baustellen, das Haus am Markt ist nur eine davon, erneut aufführen, erneut offene Fragen stellen? Gab es jemals eine solche Flut von Leserbriefen wie in den letzten Wochen und Monaten?

Doch scheinbar unbeirrt werkeln die Stadtoberen weiter, ja leisten sich, offenbar inzwischen betriebsblind, eine Stillosigkeit noch obendrein. Völlig zu recht prangert eine Oppositionspartei an, man habe sich auf eine Kandidatin festgelegt, „ohne die weiteren Bewerber im Wahlvorbereitungsausschuss kennenzulernen“. Zur Konzeptlosigkeit gesellt sich der grob fahrlässige Umgang mit demokratischen Gepflogenheiten.

Wo bleiben die Besonnenen in der seit über 45 Jahren in Bensheim herrschenden Partei, wo bleibt der Aufschrei der Klein-Koalitionäre? Wer so handelt, der sitzt auf hohem Ross und meidet die Bodenhaftung, es sei denn, man sattelt ab und macht sich rechtzeitig aus dem Staub. Welch ein Start für eine künftige Stadtbaurätin, es sei denn, Verantwortungsbewusste machen dieses Spielchen nicht mit und scheren aus. Was Bensheim Not täte: eine Denkpause, ein Abstandnehmen, um all die vielen Argumente neu zu bewerten. Doch dazu gehört Souveränität der Regierenden.

Heinz-Jürgen Schocke

Bensheim

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