Leserbrief

Corona-Pandemie

Der Tod ist unser täglicher Begleiter

„Senioren haben wenig Angst vor Corona“, BA vom 29. Dezember:

Diese Schlagzeile ist eine Bombe, denn uns Bürgern wird doch jeden Tag erklärt, die Hauptrisiko-Gruppe der Corona-Erkrankung seien die Alten. Und dann diese Äußerung von ihnen als Antwort darauf.

Es sind nicht allein die Erfahrungen aus harten Kriegsjahren, dem Leid und den daraus folgenden Entbehrungen, sondern die damit verbundene Relation zum Tod. Dieser ist in unserer Gesellschaft aus scheinbar grenzenlosem Wohlstand, Saus und Braus, zwei bis drei Urlauben im Jahr, mehreren Autos, teuren Smartphones und so weiter völlig entthematisiert worden, als sei er Lichtjahre von uns entfernt.

Dabei ist der Tod unser täglicher Begleiter. Nichts ist so sicher, als dass wir sterben werden, nur der Zeitpunkt ist allen unbekannt. Und genau das haben die älteren Menschen, zumindest die meisten, dem Rest der Gesellschaft voraus: Sie wissen, dass jeder Tag ihr letzter sein kann, und haben sich innerlich darauf eingestellt oder damit arrangiert.

Und so wird von den Senioren diesem „unsichtbarer Feind“, einem Virus, der nun anscheinend alles bedroht, die Bedeutung erteilt, die angebracht ist. Vergleichbar dazu ist der Fall mit dem Reaktor-Unfall in Fukushima 2011 und der Radioaktivität. Diese ist auch permanent unter uns, genauso unsichtbar und beim Fliegen noch höher dosiert als auf der Erde. Hat uns das vom Reisen in ferne Länder abgehalten? Aber die Jod-Tabletten waren flächendeckend ausverkauft.

Dem Pflege-Team von Frau Schäfer und allen anderen, die im Einsatz für unsere älteren Mitbürger sind, gebührt allerhöchster Dank. Aber bitte überlegen Sie sich gründlich Ihre Absicht, sich impfen zu lassen. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC), eine US-amerikanische Behörde, die dem Robert-Koch-Institut vergleichbar ist, hat die ersten Untersuchungen seit dem 14. Dezember bezüglich der Nebenwirkungen veröffentlicht (www.cdc.gov/vaccines/acip/meetings/downloads/slides-2020-12/slides-12-19/05-COVID-CLARK.pdf). Diese sind erschreckend: Rund drei Prozent aller Testpersonen können nicht mehr ihre täglichen Arbeiten durchführen. Sie würden also als Pflegekräfte ausfallen plus all dem, was privat anfällt.

Gerd Rudolf

Lindenfels

Info: Leserbrief-Richtlinien unter bergstraesser-anzeiger.de/ leserbriefe

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