Leserbrief

Jugendpflege

Die Kommission für Jugendhilfe wurde übergangen

Leserbrief zu „FDP und CDU streichen Mittel für Jugendzentrum“, BA vom 1. Februar

Das Thema Jugendzentrum (JUZ) hätte doch sehr gut auf die Tagesordnung der Kinder- und Jugendhilfekommission (KJH) der Stadt Zwingenberg gepasst.

Die Kommission ist angetreten, um sich um die Belange der Kinder und Jugendlichen der Stadt zu kümmern und den städtischen Gremien Vorschläge zur Weiterentwicklung zu unterbreiten. Alle politischen Parteien, alle Einrichtungen und Organisationen, die sich in Zwingenberg mit Kinderbetreuung befassen, fachkundige Bürger und der Magistrat der Stadt unter dem Vorsitz des Bürgermeisters sind in dieser Kommission vertreten.

Ziel sollte es sein, die relevanten Themen für die politische Arbeit im Stadtparlament so vorzubereiten, dass eine konsensfähige politische Entscheidung getroffen wird. Innerhalb der Kommission wurde immer der Sache wegen und nicht nach politischer Einstellung diskutiert und entschieden. Das JUZ war schon vor Jahren Thema in der Kommission. Dem Parlament wurde seinerzeit vorgeschlagen, im Personalbereich eine halbe Stelle aufzustocken, neue Angebote zu kreieren, um das Zentrum für die Jugendlichen wieder attraktiver zu machen.

Ein „Weiter so!“ sollte es nicht geben. Sofern die Maßnahmen den gewünschten Erfolg nicht hätten, wurde empfohlen, ein neues Konzept zu erstellen und das Personal auszutauschen.

Aus der Zeitung erfahren

Leider ist es jetzt anders gekommen. Die Maßnahmen in einem ersten Schritt haben keine Verbesserung der Situation ergeben. Nur ganz wenige Kids haben das Angebot des JUZ angenommen. Der befristete Vertrag der zusätzlichen Stelle ist ausgelaufen und das „Weiter so!“ ist geblieben.

Die Kommission wurde nicht mehr involviert, obwohl Vertreter aller politischer Parteien, auch von SPD und GUD, Mitglieder sind.

In der jüngsten Kommissionssitzung wurde mitgeteilt, dass wegen des Kindergartenneubaus das JUZ abgerissen wird. Als wahrscheinlich neuer Standort wurde der Jugendkeller der Evangelischen Kindertagesstätte genannt. Gespräche dahingehend liefen. Aus der Zeitung haben die Mitglieder der Kommission, die nicht über Mandate in den Gremien kommunaler Selbstverwaltung verfügen, nun erfahren, dass das JUZ ersatzlos gestrichen ist. An dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein, inwieweit diese Kommission noch Sinn macht, wenn sie zu diesem wichtigen Jugendthema nicht einmal informiert, geschweige denn um Rat gebeten wird.

Die Kostenseite muss selbstverständlich stets beachtet werden. Andererseits es ist aber jedem klar, dass Jugendarbeit immer ein Zuschussbetrieb ist.

Ich selbst hätte auch ein „Weiter so!“ nicht unterstützt.

Aber jetzt den Vereinen, die traditionell schon immer sehr gute Jugendarbeit leisten, noch mehr zuzumuten – und das in Kenntnis dessen, dass sie dem Anspruch an die Jugendarbeit eines JUZ überhaupt nicht umfassend gerecht werden können –, ist schon sehr „billig“.

Geld wäre vorhanden

Nachdem die Stadt sich nicht mehr an der finanziellen Unterstützung der Schülerbetreuung beteiligen muss, hätten doch diese Gelder für eine Neuausrichtung des JUZ verwendet werden können!

Die Entscheidung, das JUZ aus Kostengründen zu schließen, ist für den städtischen Haushalt schön - politisch ist das aber eine Bankrotterklärung.

Susanne Reimund

Mitglied der Kinder- und

Jugendhilfekommission

Zwingenberg

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