Leserbrief

Corona

Die Pandemie und die Angst

Wie sieht die Situation gerade aus? Corona beherrscht die Schlagzeilen und das gesamte öffentliche Leben. Unsicherheit und Angst steigen.

Wie gehen wir damit am besten um? Natürlich sind äußere Maßnahmen wichtig, die gerade öffentlich heiß diskutiert werden, und zu denen auch, was bisher kaum zur Sprache kam, eigene persönliche Maßnahmen gehören aus Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, indem wir vorbeugend unsere körperliche Gesundheit stärken – zum Beispiel durch gesunde Ernährung und Sport. Das kann zumindest helfen, Infektionen besser zu überstehen.

„Innere“ Maßnahmen

Neben diesen äußeren Maßnahmen gibt es wichtige „innere“Maßnahmen: So ist es zum Beispiel ganz wesentlich, eine innere Haltung des Annehmens zu entwickeln, annehmen und akzeptieren, dass es den Tod gibt, dass es Epidemien gibt und dass wir nicht alles vollständig beherrschen können. In unserem von der Technik geprägten Zeitalter sind wir gewohnt, dass alles (technisch) machbar ist und wir nur einen Schalter umlegen müssen, nur einen Impfstoff haben müssen, und schon ist die Pandemie weg. So funktioniert das nicht.

Also was tun? Wir brauchen nur einfach mal aus dem rein materiellen Denken herausgehen und uns neben dem körperlichen auch dem seelischen Anteil unseres Wesens zuwenden. Neben der körperlichen Gesundheit ist die seelische Gesundheit enorm wichtig für unser ganzes Sein, und diese Gesundheit leidet gerade sehr in der momentanen Atmosphäre der Angst. Indem wir sie wiederherstellen, stabilisieren wir uns und „impfen“ uns sozusagen, und zwar langfristig.

Wie geht das? Wir brauchen uns nur zu „programmieren“ mit Hilfe machtvoller Werkzeuge: mit unseren Gedanken und unseren Worten. Dass psychische Energie auch Physisches erschaffen kann, sozusagen manifestieren kann, zeigt sich unter anderem darin, dass das pure Aussprechen von Worten zum Beispiel Tränen, hohen Blutdruck oder eine Veränderung der Gesichtsfarbe verursachen kann. Und Gedanken wirken ebenfalls kraftvoll: „Der Glaube kann Berge versetzen“.

Diese uralten Weisheiten zeigen sich auch in unserer Sprache. Sie beschreibt negative Auswirkungen von Angst auf den physischen Körper zum Beispiel so: „Das schnürt mir die Kehle zu“, „der Atem stockt“, „das Herz bleibt stehen“ (keine Luft mehr, eventuell Beatmung nötig, Kreislaufprobleme, allgemeine gesundheitliche Gefahr) oder „gelähmt vor Angst“ (massive Einschränkung lebenswichtiger Prozesse“) oder „starr vor Angst“ (Blockaden, kein Fließen, und wo kein Fließen ist, ist kein Leben oder Überleben möglich; Bäume zum Beispiel überleben schwere Stürme nur deshalb, weil sie sich biegen; wären sie starr, würden sie brechen) oder „das schlägt mir auf den Magen“ (massive Zerstörungskraft auf innere Organe) oder „wie vor den Kopf gestoßen“ (keine funktionierendes gesundes Denken mehr) oder „sich abgehängt fühlen“ (allein, ohne Energie und Versorgung, der „Zug des Lebens“ fährt weg) oder „todtraurig“ (wohin Trauer und Einsamkeit führen können) oder ganz direkt: „Die Sorgen machen mich krank.“

Positive Energie

Ganz im Gegensatz dazu stehen die Auswirkungen von positiver Energie auf den physischen Körper, was unsere Sprache zum Beispiel in folgenden Formulierungen widerspiegelt. „Das Herz hüpft vor Freude“, „Da geht mir das Herz auf“, „Mir wird ganz leicht ums Herz“ (das Herz als wichtiges zentrales Organ erfährt Belebung, Leichtigkeit, Fülle, Entspannung) oder jemand „strahlt über das ganz Gesicht“ (Positives, Licht, Wärme, auch für andere) oder „Das baut mich jetzt richtig auf“ (gibt Kraft, innere und äußere Stabilität) oder „sich fühlen wie ein Fisch im Wasser“ (Wasser als Ursprung allen Lebens steht für Lebendigkeit, Fließen, Urkraft) oder schließlich, trotz widriger äußerer Umstände, „Lachen ist die beste Medizin“ (Mediziner-Weisheit: Fünf Minuten lachen ist wie 20 Minuten joggen).

In all diesen Redewendungen zeigt sich ganz deutlich, dass wir durch positive Ausrichtung in Worten und Gedanken unser seelisches und körperliches Wohl aktiv und entscheidend beeinflussen können. Auf diese Weise ausgestattet und „programmiert“ können wir zum Beispiel Krisen besser meistern.

Das heißt für den Umgang mit Corona konkret: Wir berücksichtigen auch die seelische Gesundheit und geben ihr den Stellenwert, den sie hat. Dabei „stehen wir mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen“, sind realistisch und prüfen genau, wo Angst vermittelt wird und wo sachliche Informationen vorliegen. Im fairen, gesunden Umgang miteinander, in gegenseitiger Akzeptanz und ohne (Vor-)Verurteilung finden wir gemeinsame und konstruktive Lösungen.

Dabei sind wir uns immer unserer notwendigen Eigeninitiative und Gestaltungskraft bewusst und setzen sie ein: „Jeder ist seines Glückes Schmied“, das heißt: Wir agieren gewaltfrei, mit geeigneten Mitteln, Werkzeugen, kraftvoll, sich der eigenen Stärke bewusst und mit Unterstützung des Feuers, einer machtvollen Kraft der Natur, die uns näher steht, als wir oft glauben, und auf die wir immer angewiesen sind. Und im Schein des Feuers können wir die Angst erkennen, sie, mit dem Hammer drohend, energisch verjagen und zielgerichtet einfach weiterschmieden für unser „Glück“. So erschaffen wir wie der Schmied Positives und Sinnvolles für uns und andere, für eine lebendige, gesunde, gut ausgestattete und funktionierende Gesellschaft, angstfrei und voller Freude und hoher Lebensqualität in jeder Hinsicht.

Adelheid Mathy

Bensheim

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