Leserbrief

Neubaupläne

Die Sparkasse gehört doch den Bürgern

Die Sparkasse ist eine bedeutende regionale Institution. Wem gehört eigentlich die Sparkasse? Ich meine, sie gehört den Bürgern von Bensheim, Lorsch, Zwingenberg, Lautertal und Lindenfels. Und die Bürgermeister dieser Gemeinden bestimmen als Volksvertreter im Verwaltungsrat der Sparkasse, was diese umzusetzen hat. So weit – so gut.

Jetzt frage ich mich: Wieso erhält der Vorstand einer kleinen Sparkasse als Gehalt deutlich mehr als die Bundeskanzlerin? Wieso stimmen die Bürgermeister diesen exorbitanten Vorstandsgehältern mehrheitlich zu? Das kann den Bürgern niemand vermitteln. Erhalten die übrigen Vorstände vergleichbar hohe Bezüge? Die Zahlmeister sind die genannten Bürger, die mit ihren Nullzinsen, Gebühren und ausgedünnten Filialen die Gehälter finanzieren.

Dann erfährt man aus dem BA, dass das 20 Jahre alte Hauptgebäude in Bensheim nicht mehr gut genug und abzureißen ist, damit ein neuer Protzbau — auf Kosten der Bürger — gebaut werden kann. 35 Millionen sollen da verblasen werden und jeder weiß, dass das nicht reicht. Warum wird das offenbar vorhandene Geld nicht genutzt, um Gebühren zu senken oder Sparzinsen zu erhöhen? Wieso stimmen dem die Bürgermeister als unsere Vertreter zu?

In Bensheim hat schwarz-grün eine Menge Erfahrung im Schlechtreden von benutzbaren Gebäuden (Haus am Markt, Bürgerhaus). Bei dem Hauptgebäude der Sparkasse läuft es auf der gleichen Schiene. Erst schlecht reden, dann den Bürgern die Kosten an den Hals hängen. Die abgehobenen Bürgermeister wissen offenbar nicht, dass das ganze Geld von den Bürgern verdient werden muss.

Dass die Sparkasse zusätzlichen Platz braucht, ist in Zeiten sinkender Beschäftigungszahlen bei den Geldinstituten vorgeschoben und unglaubwürdig. Mein Rezept: Bei der Sparkasse die Vorstandsaufgaben verteilen und die Stelle nicht mehr besetzen. Das 20 Jahre alte Hauptgebäude wieder in Betrieb nehmen und die 35 Millionen den Bürgern zukommen lassen.

Wenn dieser Traum wahr würde, dann könnte ich wieder Respekt vor den Bürgermeistern im Verwaltungsrat haben.

Manfred Beutel

Bensheim

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