Leserbrief

Kommunalwahl

Die SPD hatte in Lautertal alleine gar keine Mehrheit

Finanzpolitik in Lautertal

Der Leserbrief von Udo Rutkowski (BA vom 29. Dezember) ist an Pharisäertum nicht zu überbieten. Macht er doch tatsächlich Lautertals Ex-Bürgermeister Jürgen Kaltwasser und dessen SPD für das Finanzdesaster in der Wahlperiode Legislatur von 2011 bis 2016 alleine verantwortlich. Hat Herr Rutkowski vergessen, dass die SPD in Lautertal überhaupt keine Mehrheit hatte und dieses Chaos nur zusammen mit der Grünen Liste (GLL) möglich war? Der GLL, für die Herr Rutkowski selbst in der Gemeindevertretung saß und immer noch sitzt.

Will er sich mit seinem Statement von seiner eigenen damaligen Politik distanzieren oder diese gar verteufeln? Das wäre auch eine Art Lerneffekt, wie er diesen Herrn Kaltwasser andichtet.

Mit seiner Empfehlung für die Kommunalwahl, bei welcher Partei man sein „Kreuzchen“ besser nicht machen sollte und seiner Anspielung auf die (In-)Kompetenz von Parteien hingegen, schließt er sich und seine eigene grüne Partei mit ein. Eine Steigerung des Lerneffektes zur Selbstironie. Angesichts solcher Äußerungen eines Kommunalpolitikers muss man sich nicht über die Politikverdrossenheit der Bürgerinnen und Bürger wundern.

Mein Tipp für die Kommunalwahl: für diejenigen, die nicht wissen, wen sie wählen sollen, ist das kein Grund, aus Protest zu Hause zu bleiben. Unabhängig vom Wohnort. Eine geringe Wahlbeteiligung alleine ist zwar auch Ausdruck einer gewissen Verdrossenheit. Gründe für das Nichtwählen sind aber zu vielfältig und deshalb nicht immer Zeichen eines Protestes.

Das Wahlrecht muss angesichts der sich weltweit anbahnenden erschreckenden politischen Entwicklungen unbedingt wahrgenommen werden. Außer dem „Kreuz“ hinter einer Partei oder einer politischen Gruppierung gibt es eine Alternative: Machen Sie Ihre Stimme ungültig, und zwar mit einem großen Kreuz über den Wahlzettel. Das ist auch bei der Briefwahl möglich.

Die Anzahl der ungültigen Stimmen ändert zwar nichts an der Zusammensetzung eines Stadt- oder Gemeindeparlamentes, zeichnet aber ein Bild über das von der Bevölkerung entgegengebrachte Vertrauen in diese Institution einschließlich ihrer Vertreter.

Wolfgang Vetter

Elmshausen

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