Leserbrief

Antisemitismus

Diese Diktion bereitet den Nährboden

Die Deutschen und die Juden im Jahr 2019“, BA-Leserforum vom Donnerstag, 24. Oktober

Waren frühere Zuschriften des Leserbriefschreibers – „Die B 47 als Deutsche Grabsteinstraße“ (BA-Leserforum vom 6. September) – nur hanebüchener Unfug, über den man kopfschüttelnd hinweg sehen konnte, so darf und wird sein Beitrag „Die Deutschen und die Juden im Jahr 2019“ nicht unkommentiert bleiben. Es ist genau diese Diktion, die einem wieder aufkommenden Antisemitismus bei uns den Nährboden bereitet.

Richter folgt einem immer gleichen Muster, das leicht zu enttarnen ist. Nach der einleitenden Beteuerung (wieso eigentlich?), man sei kein Antisemit, folgt das Bejammern unserer Erinnerungskultur und endet in der Vermischung von aktueller Nahost-Politik mit Israel-Kritik. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun; wir kennen das von der AfD. Die Verhöhnung der von ihm beleidigten Vereine und Institutionen und ihrer Erinnerungsarbeit ist allerdings eine neue Dimension. Genauso haben die Nationalsozialisten vor der Machtergreifung gesprochen.

Der Autor zeigt, dass er aus der Geschichte nichts gelernt und Zusammenhänge nicht begriffen hat. Im Gegenteil, mit seiner bewusst diffamierenden Sprache offenbart er sich als geistiger Brandstifter. Wegen solcher Geisteshaltung ist es umso wichtiger, dass die Erinnerungsarbeit der Vereine und Institutionen fortgesetzt und gestärkt wird. Sie ist nämlich in die Zukunft gerichtet, noch viel mehr als in die Vergangenheit.

Thilo Figaj

Lorsch

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